Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Letzte Ruhe im grünen Forst

Bianca-Maria Sliwinski möchte selbst mal unter einer majestätischen Eiche bestattet werden
bc. Stade. Auch wenn es nicht vieles gibt, was die Hansestadt Buxtehude ihrem großen Bruder Stade voraus hat, mit Bestattungen an der Wurzel eines Baumes kann bislang nur die Estestadt im Neukloster Forst dienen. Mitten in der Natur die letzte Ruhe finden, ist ein Trend, den Stade nicht verschlafen sollte.

Das findet auch Bianca-Maria Sliwinski, SPD-Ratsfrau aus Stade. „Es gibt immer mehr Menschen, die sich für eine solche alternative Form der Bestattung interessieren. Ich möchte auch unter einem Baum beerdigt werden.“ Bereits vor Jahren hatte sie diese Idee geäußert. In Kürze werden Politik und Verwaltung den Friedhof in Campe an der Harburger Straße inspizieren - in den Augen von Sliwinski der einzige von zwei städtischen Friedhöfen (Geestberg), der sich aufgrund seines waldähnlichen Baumbestandes für eine Umsetzung eignet.

Die Verwaltung wird jedoch anders organisiert werden als in Buxtehude. Während in der Kreisstadt Baumbestattungen in der Obhut der öffentlichen Hand liegen sollen, ist im Neukloster Forst die Privatfirma „FriedWald Gmbh“ für die Vermarktung der Urnengräber unter majestätischen Eichen und Buchen zuständig. Die Marke „FriedWald“ ist - genau wie Konkurrent „RuheForst“ - ein geschützter Begriff, der demnach in Stade nicht verwendet werden darf.

Seit November 2006 sind im Neukloster Forst Bestattungen möglich. Insgesamt betreibt die „FriedWald GmbH“ mittlerweile über 2.500 Hektar Bestattungswald in Deutschland, verteilt auf mehr als 50 Standorte. Offenbar eine Bestattungsform, die boomt.

Bei Baumbestattungen sind die Gräber schlicht, ein Namensschild am Baum macht auf die Grabstätte aufmerksam. Menschen, die sich für eine Baumbestattung interessieren, müssen sich grundsätzlich für eine Einäscherung entscheiden. Die Urnen werden etwa 80 Zentimeter tief und drei Meter neben dem Baum, den die Familie des Verstorbenen oder der Verstorbene selbst zu Lebzeiten ausgesucht hat, versenkt. Die Grabpflege wird dann praktischerweise von Mutter Natur übernommen.

Bianca-Maria Sliwinski: „Ich hoffe, dass die Verwaltung in diesem Jahr intensiv an der Umsetzung arbeitet.“