Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Lobbyist für Menschenleben: Wolfgang Leskau war 18 Jahre lang Bezirksleiter bei der DLRG

am. Stade. Er ist stolz und bescheiden zugleich - stolz auf die Errungenschaften der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) im Bezirk Stade und bescheiden, wenn es darum geht, seinen Beitrag an diesen Errungenschaften herauszustellen. Wolfgang Leskau ist seit über 50 Jahren Mitglied in der DLRG, seit 30 Jahren im Vorstand und seit 18 Jahren Bezirksleiter für den Landkreis Stade und auch überregional für die Gesellschaft tätig. Vor zwei Wochen wurde er bei einer Feier mit reichlich politischer Prominenz in den ehrenamtlichen Ruhestand verabschiedet.
Die rote Weste der DLRG hängt er aber noch lange nicht in den Schrank. „Nach so vielen Jahren geht das nicht so schnell“, sagt der 64-Jährige mit dem weißen Bart und den freundlichen Augen. „Ich bleibe weiterhin dabei.“ Unter anderem sitzt er für die DLRG im Katastrophenfall als Fachberater in dem Krisenstab des Landkreises Stade. „Außerdem bleibt er Lobbyist für die DLRG“, sagt der stellvertretende DLRG-Bezirksleiter Stade, Rainer Bohmbach. Denn in der Vergangenheit hat sich Wolfgang Leskau mit viel Durchsetzungskraft und Offenheit in der Region aber auch in Hannover und Berlin für die DLRG eingesetzt. Er klopfte beispielsweise mit seiner Idee, technisches Gerät von der Bundeswehr zu übernehmen, an die Türen des Bundesverteidigungsministeriums. „Man kann mit dieser Technik, die für den Krieg entwickelt wurde, auch wunderbar Leben retten“, sagt Leskau. Und so erhielt die DLRG Stade als erster Bezirk in Deutschland ausgemusterte Geräte und Fahrzeuge kostenlos zur Verfügung gestellt. Unter seiner Führung baute der DLRG-Bezirk seine Einsatzfähigkeit im Katastrophenschutz aus und machte sich dadurch bundesweit einen Namen. Wolfgang Leskau war es auch, der als Erster eine Richtlinie zur Vereinheitlichung der Einsatzkräfte für einen Bezirk der DLRG verfasste.
Auf der anderen Seite war er auch immer aktiv im Einsatz, unter anderem als Rettungstaucher. Große Verantwortung schulterte er bei der Sturmflut in Dresden 2006, als er den Einsatz aller beteiligten Organisationen koordinierte. „Im Vordergrund stand für mich immer, den Menschen zu helfen“, sagt er. Sein Ehrenamt habe ihm immer Spaß gemacht, auch wenn ihm das Schicksal der Menschen häufig sehr zu Herzen gegangen sei. „Es ist besonders schlimm, wenn bei einem Unglücksfall Kinder betroffen sind, aber man muss lernen, auch mit diesen Dingen umzugehen“, sagt Wolfgang Leskau. Für sein Engagement erhielt der Lebensretter das Bundesverdienstkreuz und die höchste Auszeichnung der DLRG, das Verdienstabzeichen Gold mit Brilliant.
Seinen Posten übergibt er nun an Marcus Schlichting. "Man soll gehen, wenn es am schönsten ist", sagt er ohne Schwermut. "Ich habe das große Glück, einen wunderbaren Nachfolger zu bekommen." Jetzt wird er sich zwar weiterhin für die DLRG einsetzen aber auch mehr Zeit haben, um mit seiner Frau ein Glas Wein auf der Terrasse zu trinken.