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"Man wächst auseinander"

"Die Akten im Rücken": Behördenleiter Andreas Romeiser wünscht sich einen Finanzamts-Neubau mit separatem Archiv für die Ordner

Stader Finanzamts-Chef Andreas Romeiser macht sich für Neubau stark / Grundstückstausch

tp. Stade. Enge Büros, Sanierungsstau bei Fenstern und Sanitäranlagen, hohe Energiekosten: Das Finanzamts-Gebäude (Baujahr 1974) an der Harburger Straße in Stade ist in die Jahre gekommen. Jetzt macht sich der Chef der Behörde, Jurist Andreas Romeiser (54) für einen Neubau stark. Nach Romeisers Kalkulation schlägt das Projekt mit rund 17,5 Millionen Euro zu Buche. "Das rechnet sich", sagt er.

Viele der 340 Finanzsamts-Mitarbeiter hätten laut Laut Romeiser "die Akten im Rücken". Die Ordner sind in riesigen Regalen in den Büros untergebracht. Dies erzeuge eine unangenehmes Arbeitsklima. In dem von Romeiser gewünschten Neubau sollen die Akten in separaten Archiven gelagert werden.

Mängel sieht der Finanzamts-Leiter auch in den schlecht isolierenden Fenstern mit Aluminium-Rahmen. Im Winter würde die Wärme entwichen, im Sommer heizten sich die Büros auf. Und bei ungünstiger Wetterlage dringe Regenwasser durch die Decke. Zudem seien die WC-Anlagen abgenutzt. Beim Spülen läuft das Wasser aus den Pissoirs nicht vollständig ab. In den Waschräumen riecht es nach Urin.

Neben der veralteten Bausubstanz ist Romeiser die ungünstige Verteilung der Teams auf angemietete Büros insgesamt drei Außenstandorten an der Harburger Straße und in der "alten Regierung" beim Bahnhof ein Dorn im Auge. Rund 80 Mitarbeiter arbeiten außerhalb des Hauptgebäudes: "Man wächst auseinander."

Auch beim Service sieht Romeiser Optimierungsbedarf: Für die Kunden wünscht er sich am Eingang des möglichen Neubaus eine Infothek für Behördenbesucher.

Bei der Stadtverwaltung begrüßt man den Vorstoß des Finanzamts-Chefs. Stades Bürgermeisterin Silvia Nieber hat ein verkehrsgünstig gelegenes Baugrundstück im Bahnhofsumfeld nahe des neuen Staatsarchivs angeboten. Im Gegenzug hat die Stadt Interesse am Finanzamts-Areal an der Harburger Straße bekundet, so dass ein Grundstückstausch nicht ausgeschlossen ist.

Derzeit prüft das zuständige niedersächsische Finanzministerium die Berechnungen.
Danach sind langwierige politische Abstimmungen nötig. Beim Land stellt man einen Neubau-Start frühestens im Jahr 2016 in Aussicht.