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Mehr Nektar für die Bienen: Krokus-Pflanzaktion im Alten Land

28 Erstklässler pflanzten 2.500 Krokusse gegen das Bienensterben
lt. Jork. Mit kleinen Schaufeln und Gartenhandschuhen ausgerüstet, buddelten jetzt 28 Erstklässler im Garten von Imker Michael Bauer von der "Altländer Honig-Manufaktur" in Jork-Hove insgesamt 2.500 Krokus-Knollen ein. Im Rahmen der Aktion des Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen lernten die Grundschule aus Königreich, dass die Krokusse im Frühling für Honig-Bienen und ihre wilden Verwandten besonders wichtig sind.
Grund: Krokusse gehören zu den frühen Blütenpflanzen, die den Insekten nicht nur leckeren Nektar als "Treibstoff" zum Fliegen, sondern auch Pollen für die Aufzucht ihrer Brut bieten.
"Nach dem Winter ist das Angebot für Bienen bei uns nicht so üppig", sagt Imker Michael Bauer, der insgesamt 100 Bienenvölker betreut. Es sei aber festzustellen, dass es im Alten Land immer mehr Bio-Betriebe gebe, die Räume für Insekten schaffen. Immerhin werden die Bienen, die inzwischen zum Großteil aus anderen Regionen extra "eingeflogen" werden, zur Bestäubung der Obstbäume gebraucht, so Bauer.
Äpfel würde es zwar auch ohne die fleißigen Tierchen - nämlich durch Wind-Bestäubung - geben, aber mit Hilfe der Bienen erreichen die Obstbauern bis zu 60 Prozent mehr Ertrag. Außerdem seien die Früchte hochwertiger und auch lagerfähiger.
Überall, wo große Mono-Kulturen vorherrschen (Obstbau, Raps, Mais, Getreide u.a.), gehe die Vielfalt der Insektenwelt verloren, betont Bauer. Das liege u.a. daran, dass die Bienen nach der Blühzeit dieser Monokulturen, vor allem vom Mais, keine Futterquellen mehr finden und nur in sehr kleinen Populationen überleben können. Umso wichtiger sei es, mehr Flächen der Natur zu überlassen, sagt der Imker.
Und auch jeder Gartenbesitzer könne etwas zur Insektenvielfalt beitragen. Im Winter einfach die Pflanzen und Stengel stehen lassen, anstatt alles radikal zurückzuschneiden. So hätten Insekten Platz zum Überwintern.
Bei der Gartengestaltung sollten Tierfreunde lieber auf die Kornelkirsche setzen und auf Forsythien verzichten, da letztere eine sterile Pflanze sei, die keinerlei Nektar liefere. Oder einfach jetzt noch ein paar Krokusse pflanzen.

• Insgesamt lässt das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen gemeinsam mit dem "Netzwerk blühende Landschaften" bei neun Bio-Imkern in ganz Niedersachsen 20.000 Krokusse von Schülern pflanzen. Im Alten Land findet am kommenden Montag eine zweite Pflanzaktion auf dem Hof von Kerstin Hintz in Mittelnkirchen statt. Außerdem bekommen alle Schüler noch einige Knollen mit nach Hause.