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Motto des Stader Kontaktbeamten: "Vermitteln statt bestrafen"

Der Polizei-Kontaktbeamte Christian Peters wohnt in seinem Einsatzort Bützfleth
 
Christian Peters hat ein großes Revier

Weniger Polizeipräsenz: Christian Peters "kann die Kritik verstehen"

tp. Bützfleth. In Stade gab es einmal vier Polizei-Kontaktbeamte, jetzt sind es nur noch zwei: Einer, der nach dem Personalabbau immer noch dabei ist, ist Christian Peters (54). Der freundliche Polizeikommissar mit dem verbindlichen Wesen ist uniformierter Bürger-Ansprechpartner u.a. in seinem Wohnort Bützfleth, im Altländer Viertel in Stade, im Bahnhofsumfeld, in Götzdorf, Schnee und Abbenfleth. Gemeinsam mit seinem Kollegen Dirk-Uwe Just alias "Justus" betreut er das gesamte Stadtgebiet.

Nicht nur das Einzugsgebiet hat sich für Christian Peters vergrößert, auch das Aufgabenfeld: Es reicht von der Schulwegsicherung über Präventionsarbeit, Verkehrstraining für Kinder, Fahrer- und Aufenthaltsermittlung und dem Einsatz bei Volksfesten bis zur Mitarbeit in Sonderkommissionen, etwa, wenn nach Kriminalfällen seine wertvolle Lokalkenntnis gefragt ist.

Am liebsten aber ist Christian Peters, der ursprünglich Sonderschullehrer werden wollte und das Fach auch mehrere Semester studierte, unter Menschen. Vor der Schule in Bützfleth sorgt er dafür, dass Kinder sicher über die Straße kommen, achtet darauf, dass Licht und Bremsen an den Fahrrädern funktionieren. Dabei handelt der Schutzmann mit der sozialen Ader nach seinem Motto: "Vermitteln statt bestrafen."

Der frühere Streifenpolizist ist seit 2004 Kontaktbeamter: Bei der Bewerbung geriet ihm wohl auch seine durch verschiedene Ehrenämter erworbene Sozialkompetenz zum Vorteil: Der HSV-Anhänger und ehemalige Kicker war Jugend-Fußballtrainer des TuSV Bützfleth. Zudem engagierte er sich lange im TuS Güldenstern Stade, wo er Jugendwart war. 24 Jahre begleitete er als Jugendgruppenleiter die Jugendreisen des Landkreises Stade ins Ferienzeltlager nach Lille Bodskov in Dänemark.

Privat unternahm der kulturell interessierte Beamte schon Fernreisen nach Lateinamerika oder Südafrika. Aufgeschlossenheit gegenüber Menschen fremder Nationen ist auch im Berufsalltag gefragt: In den Wohnblocks am Mühlenweg im Industrie-Ort Bützfleth leben viele Gastarbeiter-Nachkommen und - bedingt durch die Freizügigkeit innerhalb der EU - zunehmend Osteuropäer wie Rumänen und Bulgaren.

Einen ähnlich bunten Bevölkerungsmix findet er im Sanierungsgebiet Altländer Viertel in Stade vor. Nach den jüngsten Ausschreitungen rivalisierender Clans (das WOCHENBLATT berichtete), forderte der CDU-Politiker und Stadtteil-Ansprechpartner Nasir Rajput verstärkte Polizeipräsenz und beklagte sich, dass sich der Kontaktbeamte im Altländer Viertel zu selten sehen lasse. "Ich kann die Kritik verstehen", räumt Christian Peters ein, der selbst ja keine Schuld an der straffen Personalplanung der Polizei trägt.

Christian Peters versucht, sich mindestens täglich in allen Stadtteilen seines großen Einzugsgebietes blicken zu lassen. Der vertrauliche Kontakt zu den Bürgern steht für ihn an oberster Stelle: Viele grüßen ihn mit Namen, ab und zu laden ihn türkische Familien zum Tee ein.