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Nach dem Knall war alles anders

Uwe Mahler hat nach Hirnbluten, Koma und Lähmung jahrelang gekämpft. Nun führt er wieder ein weitgehend normales Leben

Neues Leben nach Gehirnbluten / Uwe Mahler (55) leitet "Treff für nette Menschen mit Handicap" in Stade

tp. Stade. In der Sommernacht des 8. August 2008 hat sich das Leben von Uwe Mahler (55) drastisch verändert: "Da kam der große Knall", erinnert er sich an höllische Kopfschmerzen, die ihn aus dem Schlaf rissen. Schock-Diagnose: Gehirnbluten. In seinem Gehirn war ein Blutgefäß geplatzt. Inzwischen ist Mahler, der in Hemmoor im Kreis Cuxhaven wohnt, weitgehend genesen und führt nach langer Krankheit wieder ein selbstständiges Leben.
Das schwere Gehirnbluten brach - nach einem wunderschönen Tag am Elbstrand von Bassenfleth bei Stade - unvermittelt über den gelernten Bäcker, ehemaligen Zeitsoldat und selbstständigen Baumonteur herein. Während der Notoperation, bei der man ihm die Schädeldecke öffnete, erlitt er einen Schlaganfall. "Ich war dem Tode nahe, lag sechs Wochen im Koma. Als ich aufwachte, war ich linksseitig gelähmt, stumm, konnte weder gehen noch lesen und rechnen", erinnert sich Mahler, der seit dem gesundheitlichen Tiefschlag Frührentner ist. Er kämpfte vier Jahre, um wieder auf die Beine zu kommen, lernte wie ein Kind Buchstaben und Zahlen neu, trennte sich Schritt für Schritt von Rollstuhl und Gehhilfen. Professionelle Unterstützung bekam er von Ärzten, Ergo- und Physiotherapeuten und Logopäden. Mittlerweile fährt Mahler wieder Auto, macht täglich lange Spaziergänge und liebt handwerkliche Arbeiten.
Die Ehe des Vaters dreier erwachsener Kinder hielt der Belastung durch die Krankheit nicht stand. Mahler ist geschieden. Er lebt in einer neuen Beziehung. "Meine Frau hatte nach dem Schlaganfall plötzlich einen anderen Mann vor sich", sagt Mahler. "Früher war ich ein Kerl wie ein Baum, meine Gesichtszüge und meine Sprache waren hart." Heute wirkt er sanftmütig, spricht leise und mit Bedacht über Gefühle: "Ich lebe bewusst und danke jeden Morgen Gott dafür, dass ich die Sonne sehen und spüren darf."
Mahlers Lebensmotto ist ein Spruch des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker: "Nicht behindert zu sein, ist ein Geschenk, das uns jederzeit genommen werden kann."
Uwe Mahler ist Mitglied im Behindertenbeirat des Landkreises Stade und engagiert sich im Vorstand des Vereins "Die Brücke - Hilfe und Halt" für psychisch kranke Menschen in Stade. Außerdem leitet er die Selbsthilfegruppe "Treffpunkt für nette Menschen mit einem Handicap".
• Treffen der Selbsthilfegruppe, bei denen Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen sowie psychisch Kranke willkommen sind, finden jeden dritten Dienstag im Monat im "Horst-Casino" an der Horststraße 20 in Stade statt. Nächster Termin: Dienstag, 17. September, 19 Uhr.
• Kontakt: Tel. 0160 - 99248060 (Uwe Mahler).