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Nach Schnittverletzung falsch behandelt?

Schnittverletzungen an der Hand können Infektionen nach sich ziehen (Foto: © Pixelio/Dietmar Meinert)
lt. Stade. Einmal kurz nicht aufgepasst, und schon ist es passiert. Beim Gemüse hacken in der Küche rutscht das Messer ab und hinterlässt eine blutende Wunde an der Hand. So erging es auch Silvia Laabs aus Horneburg. Mit einer tiefen Schnittverletzung am Mittelfinger fuhr die 42-Jährige kürzlich in die Notaufnahme des Stader Elbe Klinikums - und wurde dort ihrer Meinung nach falsch behandelt.
Die Wunde sei lediglich verbunden und nicht genäht worden, so Silvia Laabs. Ihr Finger habe deshalb nicht aufgehört, zu bluten. Die Frau suchte daraufhin einen anderen Arzt auf, der die Schnittverletzung schließlich doch nähte. "Warum nicht gleich so?", fragt sich Silvia Laabs.
Die Antwort gibt Dr. Jörg Franke, Chefarzt, Unfallchirurg und Orthopäde am Stader Elbe Klinikum. "Verletzungen an der Hand sollten nicht genäht werden, weil dadurch Keime in der Wunde verbleiben können und es so zu schweren Infektionen kommen kann", sagt Franke.
Besonders bei Bissverletzungen und solchen, bei denen Lebensmittel eine Rolle spielten, sei eine offene Wundbehandlung die sicherste Methode, um Infektionen vorzubeugen, so der Mediziner.
Auch wenn die Heilung dann länger dauere und mehrfache Arztbesuche unter Umständen nötig seien.
Dr. Jörg Franke hat inzwischen einen Brief an Silvia Laabs geschickt, in dem er ihr die Gründe für die Behandlung noch einmal erläutert.