Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Nachwuchskünstler aus dem Landkreis Stade: Wohin führt ihr Weg?

Nele Meyer (18) aus Buxtehude: Selbstportrait mit dem Titel „Struggle On“. „Es geht um die Gleichheit von uns Menschen, das Leid, und dass wir daran wachsen können.“ (Foto: Nele Meyer)
(am). Einige, wie Vincent van Gogh, waren erfolglos und starben arm, andere, wie beispielsweise Rembrandt, wurden schon zu Lebzeiten gefeiert. Wie sieht es heute mit der freien Kunst aus? Ist Künstler sein eine echte Berufsalternative? Tatsächlich habe sich die Szene in den letzten Jahren gewandelt, sagen alt eingesessene Künstler aus der Region.
Nele Meyer, Florian Meinefeld und Elena Günther sind drei junge Künstler aus dem Landkreis Stade, die vor zwei Wochen ihren Abschluss an der Fachoberschule Gestaltung an der Jobelmannschule absolviert haben. „Mit freier Kunst Geld zu verdienen, ist schwer“, sagt Elena Günther. Obwohl sie viel Spaß hatte an Ölmalerei und Federzeichnung, hat sie sich entschlossen, Kommunikationsdesign in Hamburg zu studieren.
Florian Meinefeld sieht das ähnlich wie seine Mitschülerin. „Freie Kunst ist ein schwieriges Thema“, sagt er, „wäre das eine sicheres Pflaster, würde ich es aber gern machen.“ Stattdessen will er als Mediengestalter arbeiten.
Nele Meyer hat sich für die Fotogafie entschieden. „Man braucht ein zweites Standbein zum Geldverdienen“, ist sie überzeugt. Sie könne sich schon vorstellen, ihre Bilder in Ausstellungen zu präsentieren, aber ohne Arbeit in einem Fotostudio oder als Auftragsfotografin funktioniere es nicht, sagt sie.
Dirk Behrens, der die Nachwuchskünstler unterrichtet hat, ist froh, dass seine Schüler diese Einstellung haben. Er selbst arbeitet seit Jahren als freischaffender Künstler in einem Atelier in Issendorf. „Ich hatte immer ein zweites Standbein: Ich habe mein Einkommen mit Graphikdesign und Buchillustrationen gesichert.“ Jetzt arbeitet er zusätzlich als Lehrer in der Jobelmannschule.
„Vor zehn bis 20 Jahren war es einfacher“, sagt er. Die Vermarktung habe sich verändert, die Preise für Bilder seien heute sehr hoch. Früher habe es mehr Kunst im mittleren Preissegment gegeben. Durch das Internet gebe es zudem weltweit mehr Menschen, die Kunst anbieten.
Sein Tipp: Wer freier Künstler werden will, der sollte Kontakt zu renommierten Galerien suchen.
Der junge Musiker und Künstler Kyle Egret aus Hammah hat sich bereits einen Namen gemacht. „Man muss ganz viel versuchen, fragen, Kontakte knüpfen.“ Er gibt neben seiner künstlerischen Tätigkeit auch Musikunterricht. „Das ist kein Makel“, ist er überzeugt.
Anja Seelke, Künstlerin aus Stade, lebt hingegen nur von der freien Kunst. Sie hat ihre eigene Auffassung: „Kunst fragt nicht danach, ob man sie sich leisten kann. Kunst brauchen wir einfach. Künstler sein ist ein Traum“, sagt sie.