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Neue Flaggschiffe für die KVG-Busflotte

Der KVG-Chef weist auf das WLAN-Symbol. Der Landrat probiert das neue Angebot gleich aus
 
Landrat Michael Roesberg (li.) und KVG-Geschäftsführer Michael Fastert vor den neuen Bussen. "KVG verbindet" ist die Kennung des WLAN-Angebotes Fotos: jd
jd. Stade. Seit Jahresbeginn rollen sie durch den Landkreis: Das Stader Nahverkehrsunternehmen KVG hat sich Anfang Januar zwölf moderne Linienbusse angeschafft. Die neuen Flaggschiffe der KVG-Busflotte sind komfortabel ausgestattet, mit innovativer Motorentechnik ausgerüstet und verfügen außerdem über einen Gratis-Hotspot für WLAN. Der Zugang zum drahtlosen Internet ist in wenigen Sekunden hergestellt: Bei der Präsentation der nagelneuen Busse konnten sich KVG-Geschäftsführer Michael Fastert und Landrat Michael Roesberg mit ihren Handys in Windeseile einloggen.

Das kostenlose WLAN wird probeweise auch in einigen anderen Bussen angeboten. „Erstmals fährt die KVG mit Fahrzeugen des Herstellers IVECO“, berichtet Fastert. Die BusSchmiede mit Wurzeln in Italien und weiteren Werken in Frankreich, Spanien und Tschechien hatte eine europaweite Ausschreibung gewonnen.

Rund 200.000 Euro kostet ein normaler Bus, bei einem Gelenkbus muss die KVG noch bis zu 100.000 Euro drauflegen. Dafür gibt es einige Extras, über die die übrigen 130 Busse aus dem KVG-Bestand (noch) nicht verfügen.So wird in den neuen Bussen eine Klimaanlage dafür sorgen, dass die Fahrgäste selbst im Hochsommer nicht ins Schwitzen geraten. Auch in puncto Sicherheit hat sich etwas getan: Die Neufahrzeuge sind mit einer Kamera ausgestattet, die den gesamten Fahrgastbereich im Blick hat.

Ein weiteres Plus für die Busreisenden ist das Info-System mit digitaler Haltestellenanzeige per Monitor und einer automatischen Durchsage.„Damit wird der erste Schritt unseres Digitalisierungs-Konzeptes umgesetzt“, erläutert Fastert. Phase 2 bestehe aus der Einführung eines sogenannten „Check-in/Be-out“-Systems, einem automatisierten Ticketkauf per Smartphone-App (siehe Kasten). Als drittes Projekt sei eine LiveAuskunft in Planung: Die Fahrgäste sollen dann die Busverbindungen in Echtzeit angezeigt bekommen und aktuell über Anschlusszüge bzw. Umsteigemöglichkeiten informiert werden.

Auch diese Funktion soll später mit dem Handy genutzt werden können. Dafür bietet sich dann das freie WLAN an, doch zunächst will die KVG den rund dreimonatigen Testbetrieb abwarten. „Wir müssen dann schauen, wie die intensiv die Nutzung ist und ob das bereitgestellte Datenvolumen ausreicht“, so der KVGGeschäftsführer. Sollte die Testphase erfolgreich sein, wird nach und nach der gesamte Fuhrpark damit ausgerüstet.

Landrat Roesberg wies darauf hin, dass der Landkreis einen nicht unerheblichen Beitrag dazu leiste, dass überall Busse fahren: „Rund 8,5 Mio.Euro zahlt der Kreis Stade jährlich, damit der Busbetrieb in der Region läuft.“ Ein Großteil dieser Summe werde für den Schülerverkehr aufgewendet, so Roesberg: „Viele denken, die KVG finanziere sich allein durch die Fahrkarten. Doch ohne das Geld vom Landkreis wäre das jetzige Angebot an Busverbindungen kaum möglich.“

Motoren mit moderner Technik 

Die neuen KVG-Busse sind nur hinsichtlich der Ausstattung topmodern: Auch die Motoren sind technisch auf dem neuesten Stand. "Da es für Busse kein Start-Stopp-System wie bei Pkw gibt, haben wir eine spritsparende und damit umweltschonende Technologie bei der Motorsteuerung eingebaut", erläutert Thies Henning Tietje, Abteilungsleiter Technik bei der KVG. Zudem seien die Getriebe auf vorausschauende Fahrweise eingestellt worden: "Ziel ist es, nicht unnötig Diesel zu verbrennen."

Smartphone statt Fahrschein

In den Bus steigen, ohne eine Fahrkarte aus Papier kaufen zu müssen: Das wird mit dem "Check-in/Be-out"-System möglich sein, dass die KVG mittelfristig einführen will. Bei diesem digitalen Ticketsystem funktioniert der Fahrkartenkauf über eine auf dem Smartphone installierte App.
Die App erfasst die Signale eines in den Bussen installierten Senders: Steigt der Fahrgast ein, beginnt die Bezahlphase. Steigt er wieder aus, wird er automatisch ausgecheckt. Die App ermittelt für jede Fahrt den jeweils günstigsten Fahrpreis und bucht das Geld vom Konto des Kunden ab. Ist jemand mehrfach am Tag unterwegs, wird statt der Einzelfahrten am Ende ein güstigeres Tagesticket berechnet. "Best-Price-Funktion" nennt sich diese Option.