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Neue Unterkunft in Ottenbeck: Asylbewerber sind eingezogen

Bürgermeisterin Silvia Nieber begrüßte Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer, lobte das Engagement der Freiwilligen. In Stade sind mehr als 280 Ehrenamtliche aktiv (Foto: bc)
bc. Stade. Die ersten Flüchtlinge sind in die neuen Unterkünfte in Ottenbeck am Sophie-Scholl-Weg eingezogen, neun Syrer und Iraker. Am vergangenen Donnerstag feierte Bürgermeisterin Silvia Nieber (SPD) mit Vertretern der Stadt und ehrenamtlichen Helfern Einweihung. Die Gemeinschaftsunterkünfte bieten in zwei Häusern jeweils 46 und 54 Flüchtlingen Platz. Eine Haus steht für Familien, das andere für alleinstehende Männer zur Verfügung. Ein benachbartes Einfamilienhaus, das der Stadt schon länger gehört und das früher als Asylbewerberheim diente, soll nun für verschiedene Angebote und als Treff für Flüchtlinge und freiwillige Helfer genutzt werden. "Es ist vielleicht nicht der Treffpunkt, den sich die Menschen in Ottenbeck gewünscht haben, aber dieses Haus hat alles, was es braucht", sagte Nieber in ihrer kurzen Begrüßungsrede.
Zum Hintergrund: Bis zu 200 Flüchtlinge plant die Stadt, in Ottenbeck unterzubringen. Dagegen formte sich Widerstand, im Februar demonstrierte eine neu formierte Bürgerinitiative für eine gerechtere Verteilung der Schutzsuchenden in Stade demonstriert. Das Ottenbecker Forum, eine Interessengemeinschaft im Stadtteil, brachte das alte, zentraler gelegene Trafohäuschen als Treffpunkt ins Spiel. Doch dort sind bereits Asylbewerber untergekommen. Auch das Boarding-House in Ottenbeck ist bereits mit Familien aus Afghanistan voll belegt.
Nach und nach sollen nun an den Sophie-Scholl-Weg im Gewerbegebiet Flüchtlinge einziehen. Auch wenn es derzeit kaum Neuzuweisungen gibt, hat die Stadt Bedarf. Einige Mietverträge laufen aus, außerdem gibt es Überlegungen, Migranten aus der Großunterkunft im früheren Kreiswehrersatzamt umzuquartieren. Nieber: "Wir werden uns aber eine Reserve in Ottenbeck offen lassen. Die Häuser werden nicht voll belegt."
Derzeit leben in Stade 835 Asylbewerber. Besonders für anerkannte, alleinstehende Flüchtlinge ist es schwierig, eine Wohnung zu finden, die auch vom Jobcenter genehmigt wird. Deshalb müssen manche in den Unterkünften der Stadt bleiben, bezahlen dann aber eine Mietgebühr.
Am Sophie-Scholl-Weg ist eine Gemeinschaftsunterkunft entstanden, die ein wenig an ein Studentenwohnheim erinnert: Doppelzimmer mit Kühlschrank, gemeinschaftliche Küchen und Toiletten. Beate Winkler-Pedernera vom Ottenbecker Forum lobt die Arbeit der Stadt, hätte sich aber gewünscht, dass die Küchen ein wenig großzügiger eingerichtet worden wären. Am Freitag, 16. September, findet ein offenes Cafè für Helfer und Flüchtlinge auf dem Gelände in Ottenbeck statt (15.30 Uhr).