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Neuer Streetworker im Stader Multi-Kulti-Revier

Neuer Streetworker im Altländer Viertel: Viktor Henze
 
Der neue Veranstaltungspavillon an den Wallanlagen - hier mit dem städtischen Bauingenieur Bernd Bieber - wird Außenstelle des Streetworkers des Altländer Viertels Fotos: tp/Stadt Stade

Viktor Henze (56) bezieht Büros im Stadtteilhaus und im Pavillon in den Wallanlagen

tp. Stade. Das Multi-Kulti-Quartier Altländer Viertel hat jetzt wieder einen Streetworker. Viktor Henze (56) zeichnet für die aufsuchende Jugendarbeit verantwortlich. Die Stelle war ein halbes Jahr unbesetzt. Zugleich übernimmt er das Amt des Quartiersmanagers.

Viktor Henze, der geschieden ist und zwei erwachsene Söhne hat, leistete in der Stadt Stade bereits seit zwei Jahrzehnten, teilweise ehrenamtlich, Jugendarbeit. Henze stammt aus Russland, ist Sportlehrer und absolvierte sein Diplom in der sibirischen Millionenstadt Omsk.

In seiner Wahlheimat Stade arbeitete er viele Jahre als Gerüstbauer und engagierte sich im Betriebsrat. Seit 1. Juni ist Henze, der vielen Bürgern schon durch seine Sozialarbeit in Haddorf bekannt ist, als Quartiersmanager eingestellt. Im Altländer Viertel, dessen Bevölkerungszahl von rund 2.600 Menschen im Jahr 2011 auf jetzt rund 3.600 stieg, soll er u.a. Kontakte zu dem wachsenden Anteil osteuropäischer Familien knüpfen. Seine ersten Einsätze hat er Anfang August, wo er den Einwanderern bei den Anmeldungen an der Montessori-Grundschule und am städtischen Kindergarten im Altländer Viertel hilft. Ferner gehört die Leitung unterschiedlicher Gremien wie dem Stadtteilforum zu seinen Aufgaben als Quartiersmanager. Die Funktion übernimmt er von Annegret Hove (71), die aus Altersgründen schrittweise ausscheidet. Im September belegt Henze diverse Lehrgänge, um sich fachlich für seine neue Tätigkeit zu fortzubilden.

Als Streetworker behält Henze sein Einsatzgebiet im Stadtteil Haddorf, den er seit 2006 als Honorarkraft betreut. Dort wird er weiterhin zehn Stunden wöchentlich präsent sein. Ein völlig neues Revier hingegen ist für ihn das Altländer Viertel mit Teilen der Innenstadt und dem Bahnhofsumfeld mit dem Skate-Park. Er erkundet die Gegend derzeit fast täglich mit seinem Dienstfahrrad. Unter anderem soll sich Henze, der zum Team der städtischen Jugendpflege gehört, um Schulverweigerer und unterschiedliche Jugendgruppierungen kümmern.

In seinem Büro im Stadtteilhaus an der Jorker Straße im Altländer Viertel bietet Viktor Henze dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr Sprechstunden an. Ab Anfang September wird er zusätzlich regelmäßig in dem Vielzweck-Pavillon in den benachbarten Wallanlagen nahe des Bahnhofs präsent sein. In dem neuen, 120.000 Euro teuren, von Dow Chemical finanzierten Treffpunkt und Veranstaltungsraum, bekommt der Streetworker ein weiteres Büro. Der im Bau befindliche Pavillon wird am Freitag oder Samstag, 8. bzw. 9. September, eröffnet.

Kommentar: Ernsthafte Bemühungen

Allmählich tragen die ernsthaften Bemühungen der Stadt Stade um ärmere Bevölkerungsgruppen, die sich im Altländer Viertel konzentrieren, Früchte. Während bei einer WOCHENBLATT-Straßenumfrage vor rund zwei Jahren noch viele Viertelbewohner nach eigenem Bekunden kaum Kenntnisse von den Millionen-Investitionen in das Sanierungsgebiet hatten, ist dies mit der noch für dieses Jahr geplanten Fertigstellung des Hauses der Begegnung in der Ex-Sparkasse und der Besetzung der Streetworker-Stelle mit Büro im Stadtteilhaus unübersehbar.

Eine Chance für alle, die sich integrieren und in Deutschland heimisch werden wollen. Und: Der Image-Politur des Vierteils, das in der jüngsten Diskussion um den Standort der neuen Oberschule einigen Kritikern offenbar nicht gut genug schien, sind die beiden neuen Projekte allemal zuträglich.
Thorsten Penz

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