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"Nicht nur nehmen, auch geben"

Jan Eschermann kennt sich jetzt besser in der US-Metropole aus als in Hamburg. Am liebsten schlenderte er durchs East Village (Foto: oh)
bc. Stade/New York. Erst in mehr als 6.000 Kilometer Entfernung hat Jan Eschermann die Vorzüge seiner Heimat zu schätzen gelernt. Nach aufregenden zwölf Monaten in New York City ist der 25-Jährige nach Stade zurückgekehrt. Sein Fazit: "Dieses Auslandsjahr hat mir gezeigt, wie toll Deutschland eigentlich ist", sagt der Schausteller-Sohn, der an der Niederelbe groß geworden ist. Ein Jahr Big Apple statt Appelbäume.

Wie berichtet, arbeitete Jan Eschermann für die Freiwilligenorganisation "Internationale Jugendgemeinschaftsdienste" in einer Suppenküche im Multikulti-Stadtteil Port Richmond. Tag für Tag begegnete ihm Armut. Die Zeit hat ihn zum Nachdenken über die deutsche Meckerkultur gebracht: "Jeder deutsche Bürger hat ein Dach über dem Kopf, jeder Bürger ist gesetzlich krankenversichert, jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf Rente. In den USA sieht es teilweise ganz anders aus." Hier müsse sich jeder selbst privat versichern, Rentner stünden Schlange in den Suppenküchen.

Jan Eschermann empfiehlt jedem, nach dem Abitur oder der Ausbildung ein Jahr in ein fremdes Land zu gehen. "Es ist eine tolle Erfahrung und ein großes Abenteuer. Ich finde es wichtig, andere Kulturen kennenzulernen", erzählt der Industriemechaniker.

New York sei sehr vielseitig: "Viele Leute haben immer nur die hohen Häuser im Kopf, den beleuchteten Times Square und die Freiheitsstatue. Aber die Stadt ist so facettenreich." Am liebsten habe er die Metropole mit seinem BMX-Rad erkundet: "Wenn ich morgens um 8 Uhr mit meinem Fahrrad von China Town runter zur Brooklyn Bridge gefahren bin, sieht man so viele interessante Dinge: die Frühsportler am East River, die vielen Leute an der Wall Street, das Durcheinander. Nach einem Jahr kenne ich mich in Manhattan besser aus als in Hamburg."

Jan Eschermann möchte sich auch in Deutschland sozial engagieren. Da es ihn beruflich nach Hamburg zieht, will er sich in der Hansestadt ein Projekt suchen: "Nicht nur nehmen, sondern geben ist eine meiner Lebensweisheiten."