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Niedersachsen richtet Zentrum für Analphabetismus in Stade ein

Weltweit gelten ein Fünftel aller erwachsenen Menschen als Analphabeten. Bundesweit können nach einer Studie der Universität Hamburg 7,5 Mio. Menschen nicht lesen und schreiben, 750.000 Analphabeten gibt es schätzungsweise in Niedersachsen (Foto: ©pixelio: Berwis)
lt. Stade. Es fällt schwer zu glauben und ist doch traurige Realität: Weltweit gibt es etwa 774 Mio. Analphabeten, das entspricht ca. einem Zehntel der Gesamt-Bevölkerung. Allein in Deutschland können laut einer Studie der Universität Hamburg 7,5 Mio. Menschen nicht lesen und schreiben, niedersachsenweit sind es etwa 750.000 Erwachsene. Auf diesen Zustand reagiert jetzt das Land Niedersachsen und richtet drei neue Zentren für Analphabeten ein, eines davon bei der evangelischen Erwachsenenbildung in Stade.
Bisher erreichten die Einrichtungen der Erwachsenenbildung in Niedersachsen etwa 9.000 Analphabeten pro Jahr, heißt es in einer Erklärung des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Künftig sollen es noch mehr Menschen sein, die in speziellen Kursen lesen und schreiben lernen.
Bislang gibt es Grundbildungszentren an den Volkshochschulen Braunschweig, Hannover, Oldenburg, Osnabrück und Lüneburg. Neu dazu kommen ab 1. Oktober Standorte in Hameln, Göttingen und Stade.
Das Land unterstützt die Zentren jährlich mit 200.000 Euro.

Der Welttag der Alphabetisierung am 8. September erinnert jedes Jahr daran, dass es in vielen Ländern immer noch ein Privileg ist, lesen und schreiben zu können. An diesem Tag vergibt die UNESCO auch ihre renommierten Alphabetisierungspreise, um Praxisbeispiele zur Alphabetisierung bekannt zu machen. 2013 wurden Projekte in Indien, Tschad, Namibia, Bangladesch und der Elfenbeinküste ausgezeichnet.
Die UNESCO koordiniert zudem das weltweite Aktionsprogramm "Bildung für alle", mit dem sich die Weltgemeinschaft im Jahr 2000 verpflichtet hat, sechs fundamentale Bildungsziele zu erreichen. Eines dieser Ziele ist es, die Analphabetenrate unter Erwachsenen bis 2015 um die Hälfte zu reduzieren. Der UNESCO-Weltbildungsbericht 2012 geht davon aus, dass es im Jahr 2015 immer noch 738 Millionen erwachsene Analphabeten geben wird. Quelle: Unesco