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Null Chance für Kennzeichen-Patrioten

Schöne Vision für Pkw-Halter mit Faible für die Hansestadt Stade: ein HSD-Nummernschild (Foto: Montage: MSR)

HSD für "Hansestadt Stade": Dieses Nummernschild bleibt vorerst ein Wunsch

tp. Stade. Nummernschilder sind mehr als eine nackte Buchstaben- und Zahlenkolonne: Sie können Identität stiften, Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimatregion ausdrücken: Der Stader Landrat Michael Roesberg z. B. erfand den lokalpatriotischen Slogan "Schönster Teil Deutschlands" in Anlehnung an das Kennzeichen STD. Jetzt äußert WOCHENBLATT-Leserin Heidi Holubek (73) den originellen Wunsch nach dem Kennzeichen mit dem Regionalkürzel HSD für "Hansestadt Stade". Doch die bürokratischen Barrikaden scheinen stärker zu sein als Holubeks Kreativität.

HH für Hamburg oder HB für Bremen gehören in Norddeutschland zum Straßenbild und signalisieren anderen Verkehrsteilnehmern: Der Halter stammt aus einer traditionsreichen Hansestadt. Nach Aufruf unserer Zeitung an die Leser, frische "Stader Ideen" zu entwickeln, schlägt Heidi Holubek vor: "Bei Neuzulassungen HSD." Die Lehrerin im Ruhestand und stolze Staderin sagt: "Stade wurde ja vor einigen Jahren Hansestadt. Bis jetzt habe ich vergeblich auf ein entsprechendes Kennzeichen gewartet."

Holubek verweist in diesem Zusammenhang auf den Nachbar-Landkreis Rotenburg (Wümme). Neben dem verbreiteten Kennzeichen ROW können Fahrzeughalter aus dem nördlichen Kreisgebiet, dem Altkreis Bremervörde, neuerdings auch wieder das Kürzel BRV wählen, das bei der Kreisreform 1977 abgeschafft wurde, als der Bremervörde im Landkreis Rotenburg aufging. Die Rückkehr zu dem alternativen Alt-Kennzeichen erfolgte im Zuge der von dem ehemaligen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer angeschobenen Kennzeichenliberalisierung: Im Jahr 2012 stimmte der Bundesrat einer Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung zu. Seitdem dürfen Landkreise die alten Regionalkürzel wieder vergeben, was inzwischen rund 250 Mal geschah. Doch der Kreis Stade profitiert nicht von der Gesetzesnovelle: Hier gibt es seit jeher nur eine Gebietskörperschaft.

Ramsauer wollte weitergehen und den Kreisen die Vergabe freigewählter Regionalkürzel, die Fachjargon "Unterscheidungszeichen" heißen, gestatten. Dem erteilte der Bundesrat jedoch eine Absage.