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Nur gucken, nicht anfassen: Wildtiere in Ruhe lassen

Jäger im Landkreis Stade appellieren: Falsch verstandene Tierliebe macht aus Jungtieren Waisen

(lt/nw). Ob junge Hasen, Rehkitze oder Vogelküken – jetzt verwandeln sich Feld und Flur in eine große Kinderstube. Die Jägerschaft Stade bittet daher alle Naturfreunde während der Brut- und Setzzeit um erhöhte Rücksichtnahme.
„In keinem Fall sollten Spaziergänger vermeintlich allein gelassene Jungtiere anfassen. Das schreckt die Muttertiere ab und macht Kitz und Co. dann tatsächlich zu Waisen", sagt Peter Heinsohn, Vorsitzender der Jägerschaft Stade.

Der gut getarnte Nachwuchs von Reh und Hase verbringt die ersten Tage regungslos und nahezu geruchlos mutterseelenallein im hohen Gras. Nur zum Säugen erscheint die Mutter. Das bietet in der Natur optimalen Schutz vor Fressfeinden wie dem Fuchs. Die Elterntiere beobachten ihren Nachwuchs übrigens meist aus sicherer Entfernung, um keine Räuber anzulocken. In Sachen Nachwuchspflege ist Tier eben nicht gleich Mensch. Die Jägerschaft empfiehlt Naturliebhabern, bei ungewöhnlichen Beobachtungen direkt einen Jäger in der Nähe zu informieren. Dieser kann die notwendigen Maßnahmen ergreifen.

Die Jäger im Kreis Stade bitten außerdem alle Hundebesitzer, sich bis Ende Juni nur auf ausgewiesenen Wegen aufzuhalten und Hunde anzuleinen. Grund: Stöbernde Hunde können in der Brut- und Aufzuchtzeit viel Schaden anrichten. Denn vor allem hochträchtige Rehe sind nicht mehr schnell genug, um erfolgreich vor ihnen flüchten zu können. Rehkitze, junge Hasen oder Vogelküken sind ebenfalls leichte Beute.

Übrigens: Um in der Erntezeit möglichst viele Wildtiere vor dem Mähtod zu bewahren, arbeiten die Jäger mit vielen Landwirten zusammen und werden mit einer Reihe von Präventionsmaßnahmen aktiv: Am Vortag des Erntetermins werden die Wiesen abgesucht und Mülltüten, Radios oder flackernde Blinklichter auf den Wiesen hinterlassen. Diese Vergrämungsmaßnahmen sollen bewirken, dass die Elterntiere ihre Jungen aus den Wiesen führen.

Auch die Landwirte können ihren Beitrag leisten. Angesichts der hochtechnisierten Mähverfahren, mit Mähbreiten von zehn Metern und mehr und einer Mähgeschwindigkeit von bis zu 20 Kilometern pro Stunde ist das Mähverfahren von großer Bedeutung: „Von innen nach außen mähen bedeutet keinen zeitlichen Mehraufwand, bieten den Tieren aber Fluchtmöglichkeiten, so dass sie sich noch rechtzeitig aus der Gefahrenzone retten können“, so Heinsohn.