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Olin bestellt unabhängigen Gutachter nach Stade

Der VTG-Waggon (hi. li.) in Stade wurde nach dem Austritt des Dichlormethan leergepumt. Ein Tanklastwagen (re.) transportierte die Chemikalie ab

Nach Chemie-Zwischenfällen: TÜV-Experte soll Kesselwaggon prüfen


tp. Stade.
Bei der Aufklärung der jüngsten Chemiezwischenfälle mit defekten Kesselwaggons auf den Gleisen in Stade ziehen die Chemie-Unternehmen Olin und Dow nun unabhängige Gutachter zu Rate.
Wie berichtet, waren innerhalb von rund zwei Wochen im Stadtgebiet aus defekten Kesselwaggons die giftigen und entzündlichen Substanzen Epichlorhydrin und zuletzt Dichlormethan ausgetreten und riefen jeweils ein Großaufgebot an Einsatzkräften auf den Plan. Anwohner reagierten angesichts der plötzlichen Häufung mit Verunsicherung.

Der Sprecher der Stader Herstellerfirma Olin, Jörg Renken, sagte in Zusammenarbeit mit Dow-Werk, wo die Chemikalien in die Tankwaggons gefüllt wurden, lückenlose Aufklärung zu. Nach ersten Erkenntnissen auf Basis eigener Untersuchungen seien beim Abfüllen bei der Dow "sämtliche operative Vorgänge einwandfrei abgelaufen". Nun soll der Waggon, der Dichlormethan enthielt und Mitte der vergangenen Woche am Güterbahnhof Leck schlug, einer Materialprüfung unterzogen werden. Dazu sollen unabhängige Technik-Experten, u.a. des TÜV, den Kesselwagen genau inspizieren. Möglicherweise besteht nach mehr Klarheit darüber, ob die Verantwortung für die Zwischenfälle bei dem Bereitsteller VTG liegt.

Von der VTG-Pressesprecherin Gunilla Pendt heißt es auf WOCHENBLATT-Nachfrage zum jüngsten Vorfall: "Zur Ermittlung der Unfallursache arbeiten die VTG und Olin aktuell eng mit den zuständigen Behörden und einem externen Sachverständigen zusammen."
Ursache der vorangegangenen "minimalen Tropfleckage" sei menschliches Versagen gewesen. "Der betreffende Kesselwagen war technisch in Ordnung und konnte nach Freigabe durch die Behörden wieder in den Einsatz übernommen werden."