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Ottenbeck: Besorgte Stimmung im jüngsten Stader Stadtteil

Andrej Lorenz, Sprecher und Mitgründer der BI
bc. Stade. In Stades jüngstem Stadtteil Ottenbeck tun sich Kontroversen auf. Ähnlich wie im nahen Hamburg gehen jetzt auch in Stade Menschen gegen geballte Ansiedlungen von Flüchtlingen vor. In Ottenbeck hat sich daher eine neue Bürgerinitiative (BI) namens „Zukunft Ottenbeck“ gegründet. Deren Sprecher finden klare Worte.

In einer ersten Pressemitteilung heißt es z.B.: „Die Bürgerinitiative fordert Transparenz und eine substantielle Beteiligung der Ottenbecker Bürger bei der Planung der Unterkünfte.“ Flüchtlinge müssten gerechter auf alle Stadtteile und Ortschaften verteilt werden, um eine bestmögliche Integration gewährleisten zu können.

Wie berichtet, plant die Stadt, Schritt für Schritt bis zu 200 Asylbewerber in Ottenbeck unterzubringen. Die größten Unterkünfte sind im „Boarding House“ (bis zu 50 Flüchtlinge) vorgesehen und in zwei neu zu bauenden Häusern am Sophie-Scholl-Weg (jeweils 40 bis 45). Hinzu kommen einige unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sowie die Unterbringung von acht Flüchtlingen im früheren Trafo-Häuschen neben der Grundschule.

Ottenbeck hat rund 2.000 Einwohner. Bei knapp 1.400 Erwerbstätigen im Stadtteil sei eine adäquate Betreuung bzw. Integration von knapp 200 Flüchtlingen nicht mehr möglich, schreibt die BI. Die Anwohner könnten sich stattdessen vorstellen, maximal 100 Flüchtlinge zu betreuen.

Trotz einer städtischen Informationsveranstaltung Ende Januar, bei der die Stimmung sehr aufgebracht gewesen sein soll, bemängelt die BI die fehlende Einbeziehung der Bürger. Die Menschen vor Ort müssten mitgenommen werden: „Die Stadt schafft Fakten und stößt die betroffenen Bürger vor den Kopf.“

Darüber hinaus konnte die Stadt bislang kein Betreuungs-, Wohnraum- oder Nachnutzungskonzept für die Unterkunft am Sophie-Scholl-Weg vorlegen, heißt es von Seiten der BI.

Bekanntlich haben auch schon Mitglieder des renommierten Stadtteilvereins „Ottenbecker Forum“ ihre Befürchtungen im WOCHENBLATT geäußert. 200 Flüchtlinge seien zu viel für das Quartier. „Warum muss Ottenbeck prozentual so viel mehr schultern als andere Stadtteile?“, fragte Anfang Januar Beate Winkler-Pedernera, Vorsitzende im Forum. Mit der nun neu gegründeten BI habe das Forum aber nichts zu tun. Warum nicht? Winkler-Pedernera: „Wir sind gar nicht gefragt worden.“