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Paradies über Gerber-Gruben in Stade / Neue Serie: "Schöne Innenhöfe"

Christiane Brammer in dem Altstadtgarten, in dem fast das ganze Jahr über Blumen blühen

Schotterplatz wird blühendes Kleinod: Christiane Brammer präsentiert Innenhof an der Rosenstraße 15

tp. Stade. Auf Ur-Stader Grund liegt der historische Innenhof der Familie Brammer an der Rosenstraße 15 mitten in der Altstadt. In der warmen Jahreszeit verbringen Christiane Brammer (72) und ihr Ehemann Otto (79) den Großteil ihrer Freizeit auf dem schmuckvoll gepflasterten und mit Beeten verzierten Hof am Fuße der sonnenbeschienenen Fachwerkfassade, die sich breit und mächtig im rechten Winkel zur Schwinge erstreckt. Christiane Brammer ist die Erste, die im Rahmen der neuen, in lockerer Reihenfolge erscheinenden WOCHENBLATT-Serie „Stader Innenhöfe“ ihr kleines privates Paradies präsentiert.

Bevor die Brammers von ihrem Edel-Hinterhof den malerischem Ausblick auf die Rosenbrücke und die rückwärtige Häuserzeile der Bungenstraße genießen konnten, lag ein Stück harter Arbeit: „Als wir das Haus 1985 kauften, war es eine Bruchbude“, sagt Christiane Brammer. Das um 1820 erbaute Haus war zunächst eine Lederfabrik. In dem heutigen Wohnhaus mit Ferienapartment hingen Häute zum Trocknen. Hinter dem Haus, unter der heutigen Terrasse, befinden sich unterirdische Reste der Lohe-Gruben, in denen Gerber die Felle einweichten. „Zur schweren Elbe-Sturmflut 1962 stand der gesamte Hof unter Wasser“, sagt die geschichtsinteressierte frühere Gutssekretärin, die heute als Gästeführerin und Keramikkünstlerin tätig ist.

Otto Brammer, Ex-Schulleiter der Berufsbildenden Schulen III in Stade, erwarb das Anwesen von dem Stader Unternehmer Bencke, der auf dem Gelände Elektrogeräte lagerte. Auf dem Innenhof parkten die Firmenfahrzeuge.

Zuletzt nutzte eine Familie, die in dem Haus eine Notunterkunft bewohnte, den Hof als Trockenplatz. Davon zeugt ein altes Foto mit Kleidungsstücken an einer Wäscheleine und einer Stange zum Teppich-Ausklopfen.

Im Zuge der Instandsetzung des Hauses mit öffentlichen Fördergeldern wurde auch der Innenhof saniert. Dazu wurde der Erdboden, der aus Schotter und Schlacke bestand, einen halben Meter tief abgetragen.

In jahrelanger Handarbeit gestalteten die Hobbygärtner Christiane und Otto Brammer das einst karge Fleckchen Erde zu einem stilvollen Altstadtgarten um, der das ganze Jahr über ein Farbkleid trägt. In den Rabatten blühen Christrosen, Winterlinge, Kamelien, Rosen und Stauden. Aus den Beeten ragen verschiedene phantasievolle Keramik-Skulpturen von Christiane Brammer.

„Der Aufwand hat sich gelohnt“, sagt Christiane Brammer mit stolzem Blick auf ihr Lebenswerk. Begeistert sind auch die Besucher - zuletzt eine Reisegruppe aus dem Allgäu - denen sie gerne die botanische Insel präsentiert. Und: Für die gelungene Sanierung der Anlage erhielten die Brammers den Niedersächsischen Fachwerkpreis.