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Personalmangel beim Landkreis verhindert Auszahlung des Elterngeldes

Familien im Landkreis Stade warten auf das Elterngeld (Foto: oh)
at. Landkreis. Susanne N.* (35) aus Jork ist im Mutterglück: Im April ist ihre dritte Tochter Leni geboren. Die dreifache Mutter ist auf das Elterngeld angewiesen, weil sie nicht als Tagesmutter arbeiten kann. Es ist ihr Einkommensersatz. Anfang Mai hatte sie die Anträge bereits an den Landkreis Stade abgegeben. Der Eingang wurde bestätigt, doch weiter hat Susanne nichts gehört. Offenbar kein Einzelfall.
Noch schlimmer trifft es ihre Nachbarin Uta R.*. Sie wartet bereits seit einem Jahr auf den Bescheid für ihr Elterngeld. Zum Vergleich: Anträge in der Stadt Buxtehude und Stade werden innerhalb von vier Wochen erledigt.
Susanne Brahmst, Dezerdentin für Jugend, Familie und Soziales, bestätigte auf WOCHENBLATT-Anfrage massive Krankheitsfälle in der Elterngeldstelle. Dazu kämen komplizierte Fälle, die auch ausländisches Recht beinhalten und immer umfangreichere Anträge. Das ist alles sei keine Entschuldigung für die verlängerten Wartezeiten, sagt Susanne Brahmst. "Es tut mir sehr Leid. Die Mitarbeiter geben ihr Möglichstes, dass die Anträge so schnell wie möglich bearbeitet werden." Wie lange die Bearbeitung dauert oder wie viele Anträge noch bearbeitet werden müssen, dazu konnte sie keine Angaben machen. Es seien jetzt eingearbeitete Mitarbeiter aus der Elterngeldstelle der Stadt Stade hinzugezogen worden. Sie helfen die liegen gebliebenen Anträge abzuarbeiten. "Aber etwas wird es noch dauern", sagt die Dezerdentin. Zum Vergleich: Ein Antrag auf Elterngeld braucht bei der Stadt Buxtehude drei Wochen. In Zukunft plant die Verwaltung personelle Verstärkung für die Elterngeldstelle, das Budget sei bereits im Haushaltsplan 2015 eingeplant.
Es ist nicht das Erste Mal, dass der Landkreis mit massiven Personalproblemen zu kämpfen hat. Die Verkehrsbehörde des Landkreises musste vor einiger Zeit ihre Außenstelle in Buxtehude aus den selben Gründen schließen.
Susanne Brahmst hat gegenüber dem WOCHENBLATT bereits zugesagt, dass sie sich um die Anträge von Susanne und ihrer Nachbarin persönlich kümmern wird.
*Namen der Redaktion bekannt