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Pferdemarkt-"Facelift" - Drei Menschen, drei Meinungen

Der Blick auf den Pferdemarkt: Ob nun zentraler Omnibus-Bahnhof oder Eventfläche, die Meinungen gehen auseinander (Foto: bc)
 
Knut Friese, Vorsitzender Sozialverband Deutschland Ortsverband Stade
bc. Stade. Die Stader Innenstadt wird sich wandeln. So viel steht fest. Das neue Einkaufszentrum mitsamt Parkhaus zieht einen Rattenschwanz an Folgeveränderungen nach sich. Eine wird die Neugestaltung des Pferdemarktes sein - das Herzstück der Altstadt. Die Stadt möchte 2018 nach Fertigstellung des Einkaufszentrums einen städtebaulichen Wettbewerb starten, bei dem sich Freiraumplaner „austoben“ dürfen. Eine Jury soll den besten Vorschlag prämieren.

Klar ist aber jetzt schon: Vorbehaltlich der Gespräche mit der KVG ist es grundsätzliches Ziel im Rathaus, die Bushaltestellen vom Pferdemarkt in die dann umgebaute Stockhausstraße zu verlegen, um mehr Fläche für Veranstaltungen wie z.B. den Wochenmarkt zu generieren. Das WOCHENBLATT hat sich mal umgehört, was andere interessierte Leute über diese Pläne denken. Drei Menschen, drei Meinungen!

Wolfgang Drusell, Vorsitzender der Werbegemeinschaft „Stade aktuell“ und Chef eines Reisebüros an der Hökerstraße: „Das Herzstück der Altstadt als Parkplatz für Busse und Taxen zu benutzen, passt nicht. Man sollte stattdessen versuchen, den Platz am Sande für KVG- und Touristenbusse umzurüsten, damit die vielen Busse nicht mehr den Blick auf den Stadthafen versperren. Mindestens eine Haltestelle muss aber auf dem Pferdemarkt bleiben. Auch der Wochenmarkt muss dort bleiben. Man sollte bei der Gestaltung grundsätzlich multifunktional denken.“

Claus Duderstadt, Kassenwart bei „Stade aktuell“ und Inhaber von „Foto Schattke“ am Pferdemarkt: „Es wäre ein ganz gewaltiger Fehler, wenn die Haltestellen vom Pferdemarkt in die Stockhausstraße verlegt werden würden. In dem Fall prophezeie ich große Umsatzeinbußen für die Innenstadt.
Wenn alle Linien an der Stockhausstraße halten müssten, wäre der letzte Stopp in der Nähe des Schiffertors. Das ist besonders für alte Leute zu weit weg. Das geht unter keinen Umständen. Eine barrierefreie Umgestaltung des Pferdemarktes mit Überdachungen wäre sinnvoll.“

Knut Friese, Vorsitzender des Sozialverbands Deutschland Ortsverband Stade: „Die Bushaltestellen und auch der Taxistand müssen am Pferdemarkt bleiben. Das hat eine Umfrage unter unseren Mitgliedern ergeben.
Viele Senioren sind nicht mehr so mobil. Die Mehrheit hat große Probleme damit, wenn der Halt künftig in der Stockhausstraße wäre, da sie die Steigung in Richtung Altstadt nicht schaffen würden.
Für Gehbehinderte ist es gut, wenn der Busstopp so nah wie möglich an der Innenstadt liegt. Außerdem fühlen sich manche in der Seitenstraße nicht so wohl wie auf dem belebten Pferdemarkt. Stichwort gefühlte Sicherheit.“

• Das WOCHENBLATT fragt seine Leser: Wenn Sie Stadtplaner spielen dürften, welche Ideen haben Sie für den Pferdemarkt? Bitte schreiben Sie uns an bc@kreiszeitung.net, postalisch an die „Neue Buxtehuder Verlagsgesellschaft, Hinterm Hagedorn 4, 21682 Stade“, per Fax an 04141-409533 oder rufen Sie an unter Tel. 04141-409526.

Kommentar


Der berühmte Mittelweg wäre sinnvoll


Stadtbaurat Lars Kolk ist erst wenige Monate in Stade, trotzdem hat er schon relativ genaue Ideen geäußert, wie er sich den Pferdemarkt in Zukunft vorstellen könnte. Als ebenfalls „Zugezogener“ kann ich nur meine Gedanken bei meinem Premieren-Besuch vor wenigen Jahren schildern. Auch wenn der Pferdemarkt wohl schon immer ein Verkehrsknotenpunkt war, wo einst Postkutschen vor Hotels hielten: So ein schöner Platz als zentrale Bushaltestelle - muss das wirklich sein?
Vielleicht ist es aber auch nur meine jugendliche Arroganz, dass ich denke, dass die etwa 100 Meter entfernte Stockhausstraße als Haupthaltestelle besser geeignet wäre. Letztendlich sollen Stadtplaner Konzepte vorlegen. Für mich wäre es sinnvoll, wenn es auf den berühmten Mittelweg hinauslaufen würde. Haltestelle auf dem Pferdemarkt ja, um weniger mobilen Menschen gerecht zu werden. Aber generell sollte das Herz der Altstadt nicht mehr als ZOB genutzt werden. Björn Carstens