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Plädoyer für die Hafenöffnung in Stade

Die Nicolai-Brücke versperrt Schiffen den Weg zwischen Neuem und Altem Hafen (hi.) mit dem Wahrzeichen Schwedenspeicher

Vereins-Chef Dieter-Thoeodor Bohlmann will Leichtbau-Brücke über der Hansestraße

tp. Stade. Dieter-Theodor Bohlmann (79), Vorsitzender des Vereins Alter Hafen Stade, bleibt mit seiner Idee, den Alten und Neuen Hafen in Stade mit einer Klappbrücke zu verbinden und so wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen, hartnäckig am Ball. Er möchte, dass Verwaltungs-Chefin Silvia Nieber als "Bürgermeisterin der Hafenöffnung" in die Stadtgeschichte eingeht und versucht daher weiter mit Hochdruck, die Verwaltungs-Chefin und Politik von seinem lang gehegten Wunsch zu überzeugen.

Passend zu den örtlichen Voraussetzungen mit dem CFK-Valley-Forschungszentrum in Stade, soll das moderne Bauwerk aus kohlefaserverstärktem Kunststoff bestehen, der sich im Flugzeugbau bewährt hat. Entsprechende Entwürfe habe der Verein Alter Hafen durch eine Bauingenieurs-Studentin Bianca Weber aus Braunschweig anfertigen lassen und der Verwaltung vorgelegt.

Ex-Ratsherr Bohlmann fehlt es bei der Umsetzung seiner Vision nun allerdings an "Willen und Rückhalt" seitens Verwaltung und Lokalpolitik. Mit der Öffnung des Alten Hafens, der übrigens der älteste Hansehafen Europas sei, könne die Stadt Wirtschaft und Tourismus an der Schwinge ankurbeln, so seine Argumentation.
Stade könnte deutschlandweit eine Vorreiterrolle übernehmen, indem sie die alte aus Stahlbeton bestehende Nicolai-Brücke an der Hansestraße durch einen Neubau aus dem Leichbau-Werkstoff CFK ersetzt. Unter anderem soll eine sechs mal acht Meter breite Platte für die Fahrbahn aus CFK hergestellt werden. Der enge Betontrog unter der Brücke müsste ebenfalls abgebaut und ersetzt werden.

Mit der neuen Brückenkonstruktion könnte Stade Vorbild für viele weitere Städte sein. Allmählich ist Eile geboten: Nach Bohlmanns Einschätzung werden in den kommenden Jahren landauf, landab zahlreiche Stehbetonbrücken baufällig und müssen ersetzt werden.

Bohlmann wittert eine riesige wirtschaftliche Chance, die Stadt müsse sich nur beeilen und mit dem Forschungszentrum CFK Valley mit der Akquise von Fördergeld beginnen. Wegen der Einmaligkeit des Vorhabens rechnet der Visionär mit offenen Ohren bei Förderstellen.

Bürgermeisterin Nieber hat nach eigenem Bekunden "ein offenes Ohr" für die Idee, sagt aber, das Thema genieße nicht die höchste Priorität. Die verweist auf "wichtigere Projekte" wie den Schul- und Kindergartenbau.