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Plastik-Gestank über Wohngebiet

"Es stank bestialisch", klagt Peter Leibinger aus Bützfleth
Dichte Gaswolke nach Chemie-Panne in Stade-Bützfleth

tp. Stade-Bützfleth. Die Bewohner des Stader Industriereviers Bützfleth sind Dämpfe und Gerüche gewohnt - "doch so einen bestialischen Gestank und so eine dichte Wolke hat es hier noch nicht gegeben", berichtet Peter Leibinger (67), Anwohner der Deichstraße. Am Dienstagmorgen wurde er von einer mysteriösen Nebelschwade überrascht, die streng nach verbrannten Kunststoff roch. Auslöser war eine Panne beim Bützflether Rotorblatt-Hersteller Areva Blades.
"Als ich morgens aus dem Haus ging, sah ich, dass weißgrauer Dunst über den Deich zog. Die Nebelwand war so dicht, dass ich nur wenige Meter weit gucken konnte. Es war schrecklich", berichtet sich Peter Leibinger mit nervöser Stimme. In der Nachbarschaft herrschte Aufregung. Leibinger und den anderen Anwohner der Deichstraße hielten sich aus Angst vor einer möglichen Vergiftung die Nase zu. "Wir versuchten vergebens, die Herkunft der beißend riechenden Ekel-Wolke zu lokalisieren, die mit dem Wind bodennah Richtung Westen abzog", sagt der Rentner.
Die Polizei fand die Quelle auf dem Werksgelände des Rotorblatt-Produzenten Areva. Dort ist bei der Entsorgung eines Spezial-Harzes ein Fehler unterlaufen. Geplant war, das flüssige Harz in Verbindung mit einer Chemikalie kontrolliert aushärten zu lassen. Doch bei dem unter Hitzebildung ablaufenden Prozess ließen die verantwortlichen Mitarbeiter das Material vorübergehend unbeaufsichtigt. Der Chemikalienmix erhitzte sich stark und musste abgelöscht werden. Dabei entstand die Dampfwolke.
Die Ordnungshüter forderten die Anwohner per Radio-Durchsage auf, vorsorglich Türen und Fenster geschlossen zu halten. Laut der Polizei ging von der Gaswolke keine Gesundheitsgefahr aus. Peter Leibinger ist skeptisch: "Ich kämpfte mit starker Übelkeit."
Das Umweltamt des Landkreises Stade hat die Ermittlungen aufgenommen.