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Poller kontra Blumenkübel

Kämpfen für den Erhalt der Pflanzkästen: Jörg Baumann (li.) vom "Fischhus Störtebeker" und Stavros Mouridis, Lokal "Blanker Hans", mit seiner Servicekraft Iris Jungclaus

Gestaltungsfreiheit eingeschränkt: Wirte wehren sich gegen Sicherheitsmaßnahme der Stadt


tp. Stade. Zwei Wirte in der Touristen- und Kreisstadt Stade sehen sich in ihrer Gestaltungsfreiheit beschnitten: Vor ihren Lokalen an der Gastronomie-Meile Salzstraße zwischen Stadthafen und dem historischen Fischmarkt ließ die Stadtverwaltung vor wenigen Tagen Poller errichten. Sie sollen die malerisch gelegenen Außenterrassen der beiden Gaststätten von der direkt angrenzenden Fahrbahn trennen. Die von den Wirten selbst aufgestellten, großen Blumenkästen hingegen sollen verschwinden.
Hintergrund: Vor den beiden Lokalen gibt es auf einem Abschnitt keine Bordsteinkante. Aus Sicherheitsgründen ließ die Stadt dort deshalb im Zwei-Meter-Abstand Metallpfosten aufstellen. "Aber die Poller reichen nicht aus, um unsere Gäste vor dem Durchgangsverkehr zu schützen", sagt Jörg Baumann (34), Betreiber des "Fischhus Störtebeker". Außerdem findet der Unternehmer die Metallpfosten unansehnlich. Baumann und sein Nachbar Stavros Mouridis (55) von der Gaststätte "Blanker Hans" wollen lieber ihre selbst aufgestellten, schweren Blumenkästen mit rund anderthalb Meter hohem Sichtschutz behalten.
Doch die Stadt hatte auch aus optischen Gründen schon vor Längerem alle Wirte der Salzstraße aufgefordert, die Pflanzkästen, Windschutz und Co. zu beseitigen. Während der Großteil der Gastronomen die Bitte befolgt hat, wehren sich Baumann und Mouridis weiter vehement dagegen. Sie haben sich einen Rechtsanwalt genommen.
Bei Stadtbaurat Kersten Schröder-Doms sorgt das für Unmut: "Zur Not müssen wir uns streiten, doch das würde mir Leid tun." Das Aufstellen der Poller, so der Stadtbaurat, sei zuvor in den Fachausschüssen ausführlich beraten worden. Ein wesentlicher Grund für die Poller-Lösung sei ein einheitliches Straßenbild, das im Zuge der Sanierung zwischen Salzstraße und Fischmarkt geschaffen wurde, so Schröder-Doms. Laut dem Stadtbaurat sehen Baumanns und Mouridis’ Blumenkübel "aus dem Baumarkt" nur im Sommer schön aus, wenn es blüht.