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Projekt "Zweifach helfen" vermittelt 175 Flüchtlinge im Landkreis Stade

Das Projekt „Zweifach helfen“ ist im Stadtteilhaus im Altländer Viertel beheimatet. Maßgeblich daran beteiligt sind (v. li.): Udo Heinsohn (BBW), Nicole Streitz (Landkreis), Dr. Maria Stegmann (BBW) und Detlef Wigger (Landkreis) (Foto: am)
am. Stade. Was tun, wenn man nicht arbeiten darf, aber es gerne würde? Für 175 Asylbewerber im Landkreis Stade hatte das Projekt „Zweifach helfen - Wir helfen Flüchtlingen und Flüchtlinge helfen Allen“ eine gute Antwort auf diese Frage. Sie konnten im vergangenen Jahr an einer sogenannten Beschäftigungsmaßnahme teilnehmen, bei der sie Tätigkeiten bei sozialen oder kirchlichen Einrichtungen, bei Kommunen oder beispielsweise Sportvereinen angenommen haben.
Der Landkreis hat das Projekt im April vergangenen Jahres initiiert und die Umsetzung an das Berufsbildungswerk (BBW) Cadenberge Stade übergeben. Nach 14 Monaten zeigten sich die Verantwortlichen sehr zufrieden. Der Vertrag zwischen den Partnern wurde bis zum 31.12.2017 verlängert. Der Landkreis stellt 160.000 Euro für ein weiteres Jahr zur Verfügung.
„Wir haben die Vorgabe von 100 Beschäftigungen weit übertroffen“, sagt Dr. Maria Stegman, die das Projekt beim Bildungswerk leitet. Mittlerweile habe sich bei dem fünfköpfigen Team Routine eingespielt und die Mitarbeiter hätten ein großes Netzwerk aufgebaut. Die Vertreter der Landkreisverwaltung lobten ihren Partner: „Die Mitarbeiter des BBW haben sich hinter das Projekt geklemmt und sehr viele Besprechungen, Termine und Sitzungen besucht“, sagte Nicole Streitz, Dezernentin im Ordnungsamt. Nach dem Erfolg erhöht der Landkreis nun die Zielvorgabe auf 130 Beschäftigte für die kommende Periode. Wenn das Projekt so läuft wie bisher, dürfte das kein Problem sein.
1,05 Euro bekommen die Teilnehmer pro Stunde, zusätzlich zu ihren Sozialleistungen. „Das ist keine Arbeit und auch kein Praktikum, sondern eine Beschäftigungsmaßnahme“ erklärt Nicole Streitz vom Landkreis. Angekoppelt an dieses Angebot sind zudem Sprachkurse und Fahrräder für die Erhöhung der Mobilität. Die Voraussetzung ist, dass die Tätigkeit nicht in Konkurrenz zu Stellen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt stehen. Die Teilnehmer begleiten also Trainer bei ihrer Tätigkeit, helfen in der Tafel aus oder reinigen die Grabsteine auf Friedhöfen. Zudem müssen die Asylbewerber einige Kriterien erfüllen. Sie dürfen beispielsweise nicht länger als 15 Monate in Deutschland leben oder anerkannt sein.
Seit Kurzem erhalten die Teilnehmer zusätzlich zu der Teilnahmebescheinigung ein weiteres Papier: Die Mitarbeiter des Bildungswerkes erstellen gemeinsam mit den Teilnehmern einen Lebenslauf, in dem beispielsweise die schulische Ausbildung, die berufliche Qualifikation, Sprachkenntnisse aber auch persönliche Neigungen festgehalten werden. Das Dokument ist zwar zum Großteil nach eigenen Angaben der Asylbewerber erstellt, dennoch: „Teilnehmer mit der Vita haben beim Jobcenter eine Starthilfe und betreten kein Neuland“, so Udo Heinsohn, Leiter des Berufsbildungswerkes Cadenberge Stade.