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Puppentraum als Zündfunke

Schickte vor 50 Jahren den ersten Wunschbrief ans Christkind in Himmelpforten: Bärbel Witt

Bärbel Rosendahl schrieb vor 50 Jahren ersten Wunschzettel „ans Christkind“ / Jetzt mehr als 40.000 Briefe


tp. Himmelpforten. Vor einem halben Jahrhundert schrieb Bärbel Rosendahl (58) den ersten Wunschzettel „ans Christkind“ in Himmelpforten. Inzwischen gehen in dem Geest-Dorf bei Stade jährlich tausende Briefe an den Weihnachtsmann ein. „Irre, wie die Sache gewachsen ist“, sagt Bärbel Rosendahl.
In diesem Jahr feiert das Christkindpostamt in der Villa von Issendorff in der Ortsmitte 50-jähriges Jubiläum. Seit Dienstag hat das Amt geöffnet. Vor dem Postbeamten Wofgang Dipper (52) und seinen freiwilligen Helfern stapeln sich wieder Wäschekörbe voller Briefe aus aller Welt. Den Zündfunken entfachte die damals achtjährige Bärbel Rosendahl im Jahr 1962 mit einem ganz kleinen Wunsch.
Das Mädchen träumte zum Fest der Liebe von einer neuen Puppe. „Eine Babypuppe mit Glatze und weichem Bauch zum Knuddeln“, erinnert sich Bärbel Rosendahl. Ihr Papa, Gastwirt Erich Witt (82 †), half beim Wunschzettel-Schreiben. Vater und Tochter warfen den Brief in den Postkasten. Der damalige Chef des Himmelpfortener Postamtes, ein guter Bekannter von Erich Witt, beantwortete den Brief. So bekam die kleine Bärbel im Advent Post „vom Weihnachtsmann“, und am Heiligen Abend schloss das Mädchen überglücklich die lang ersehnte Puppe in die Arme.
Zeitungen, Radio und Fernsehen trugen die wunderbare Weihnachtsgeschichte in die Welt. Himmelpforten wurde als "Christkinddorf" bekannt. In Rekord-Jahren trudelten dort weit mehr als 40.000 Briefe ein.
Manche Absender bitten nur um einen Sonderstempel, andere äußern Wünsche, wie „Bring Oma vom Himmel“.
Auch Bärbel Rosendahl schickte in ihrem Leben noch häufig Post an den Rauschebart: Als ihr Sohn Tobias (34) und ihre Tochter Jana (28) noch klein waren, schrieb sie für ihre Kinder: „Lieber Weihnachtsmann, schenk uns bitte eine Barbiepuppe und einen Bauernhof.“ Und was wünscht sich Bärbel Rosendahl selbst am sehnlichsten? „Endlich ein Enkelkind.“
Die Gaststätte der Familie Witt gibt es noch immer. Bärbel Rosendahl steht als Köchin am Herd. Am 24. Dezember aber bleibt das Lokal geschlossen. Denn Heiligabend gehört der Familie, und Bärbel Rosendahl nimmt sich Zeit, an ihr schönstes Weihnachtsfest zu denken, damals vor 50 Jahren.