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Rabenkrähen auf der Abschussliste

Die "Galgenvögel" dürfen künftig zwei Monate länger bejagt werden als bisher

lt. Stade. Sie sind pechschwarz und ihren Schrei bringen viele Menschen mit nebligen Feldern und düsterer Stimmung in Verbindung. Rabenkrähen, die im Volksmund auch als "Galgenvogel" bezeichnet werden, sind insbesondere bei Landwirten und Jägern unbeliebt, weil sie Nester plündern und auch in der Landwirtschaft Schäden anrichten. Auf Antrag der Jägerschaft hat der Kreisausschuss jetzt empfohlen, die Schonzeit für Rabenkrähen um zwei Monate zu verkürzen. Ab 2013 dürfen sie vom 1. Juli bis 31. März bejagt werden.
"Rabenkrähen stellen vor allem für unsere heimischen Bodenbrüter eine Bedrohung dar", sagt Stades Kreisjägermeister Günther Bube. Mehr als 90 Prozent der Gelege von Kiebitz und Co. fallen Fressfeinden wie den Rabenkrähen zum Opfer. Die Population der Vögel sei viel zu groß. So tauchen in den Abschusslisten der Jägerschaft 2007 rund 2.500 erlegte Rabenkrähen auf, 2011 waren es ca. 4.300, so Bube.
Der Kreisjägermeister hört auch von Landwirten viele Klagen. So hätten Rabenkrähen dieses Jahr in Hammah vier Hektar Mais "platt gemacht", indem sie die rund 15 Zentimeter großen Stiele mitsamt der Körner aus dem Boden rissen. Der Schaden, den die Vögel anrichten, wenn sie Siloplanen zerpicken, um an Körner heranzukommen, gehe in den vierstelligen Euro-Bereich, so Bube.
Der Stader Biologe Dr. Wolfgang Kurtze sieht in der "Rabenkrähen-Plage" ein europäisches Problem. In Südeuropa seien es die mit den Rabenkrähen verwandten Nebelkrähen, die große Schäden anrichten. "Wir hatten gehofft, dass sich die Population der Vögel von selbst regelt", so Kurtze. Dass sei aber leider nicht der Fall.
Rabenkrähen sind eine Zwillingsart der grau-schwarzen Nebelkrähe. Sie werden bis zu 19 Jahren alt und bilden monogame Paare, die in der Regel bis zu ihrem Lebensende zusammenbleiben. Sie fressen Insekten, Larven, Vogeleier und Jungvögel, Schnecken oder kleine Wirbeltiere sowie Saaten, Früchte und Wurzeln, Aas und Küchenabfälle.
Krähen gelten als sehr intelligent. Sie nutzen oft Werkzeuge um an ihr Futter zu kommen. Dabei wählen sie gezielt Stöckchen oder Blätter aus und knabbern sie sogar zur jeweils benötigten Form zurecht. Den Namen "Galgenvogel" haben die Vögel vermutlich dem Umstand zu verdanken, dass sie früher gerne an Leichen "naschten", die am Galgen hingen.