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Realschule Stade: Rektor geht nach vier Jahrzehnten in den Ruhestand

Schulleiter Christoph Podloucky geht in den Ruhestand
 
In Grübelpose: Christoph Podloucky als Junglehrer (Foto: Podloucky privat)

Für die Lehrerkarriere warf Christoph Podloucky Seefahrerträume über Bord / "Ich habe gerne diskutiert und philosophiert"

tp. Stade. Eigentlich wollte er aufs Meer hinaus, doch nach wenigen Monaten warf Christoph Podloucky (63) seine Seefahrerpläne über Bord und nahm Kurs auf die Uni in Hildesheim, wo er Mathematik und Biologie auf Lehramt studierte. Nach mehr als vier Jahrzehnten als Lehrer - zuletzt als Rektor der Realschule Hohenwedel in Stade - geht er nun in einem stillen Hafen vor Anker. Am Samstag, 21. Juli, wird Podloucky in den Ruhestand verabschiedet.

"Eine Karriere zur See ließ sich nicht mit meinen Familienplänen vereinbaren", sagt Podloucky, der stolzer Vater von zwei erwachsenen Söhnen und zwei Töchtern und Großvater von fünf Enkeln ist. So kehrte der Familienmensch nach der Studentenzeit lieber in seinen Geburtsort Harsefeld zurück, wo er mit seiner Ehefrau Annette (55), die ebenfalls Lehrerin ist, in seinem Elternhaus wohnt.

Die Hauptschule in Apensen, die Orientierungsstufe in Harsefeld, die Grundschule in Bargstedt, die Orientierungsstufe in Stade und seit 2004 die Realschule Hohenwedel, die er seit 2008 leitete, waren die Stationen von Podlouckys Lehrerlaufbahn.

"Ich bin selbst nicht gerne zur Schule gegangen", erinnert sich Podloucky an seine Kindheit und Jugend, die er nach eigenen Angaben mit "viel Paukerei" verbrachte. "Das wollte ich anders machen."

An "seinen" Schulen setzte der Vollblut-Pädagoge "viele eigene Ideen um", liebte es mit den Schüler "zu philosphieren und zu diskutieren, ganz gleich ober über das Wesen der Mathematik oder über das Haare-Färben und den Sinn von Nagellack". Gerne arbeitete Podloucky auch - etwa im Rahmen von Praktika - mit Betrieben aus der heimischen Wirtschaft zusammen, darunter Airbus und Dow in Stade.

Nicht zuletzt die Klassenfahrten bleiben dem scheidenden Schulleiter in guter Erinnerung. Bei der Wahl der Ausflugsziele schlug Podlouckys Faible fürs Maritime durch: "Mit jeder meiner Klassen wanderte ich zu Fuß durchs Watt auf die Insel Neuwerk." Mit einer Schülergruppe unternahm Podloucky eine Seereise mit dem Stader Museumsschiff "Greundiek" von Flensburg nach Stade: An Bord standen drei Tage lang Nautikunterricht und Seemannsknoten auf dem Stundenplan.
Nach vielen Jahren bewegten Gemeinschaftslebens wurde es am Hohenwedel zuletzt immer stiller: Die Realschule geht kommendem Schuljahr in die neue, benachbarte Integrierte Gesamtschule Stade (IGS) über. Kürzlich wurde der letzte Jahrgang von Zehntklässlern entlassen. Lehrerkollegen waren in den vergangenen Jahren schrittweise an andere Schulen in der Region gewechselt (das WOCHENBLATT berichtete).

Christoph Podloucky war in den letzten Monaten stark mit der Abwicklung des Schulbetriebs beschäftigt. "Ich habe viele Ordner geleert", sagt Podloucky. Dabei sei leider auch ein großer Teil seines Lebenswerkes "im Schredder gelandet".
Nun freut sich Podloucky auf einen neuen Lebensabschnitt, den er "nicht auf dem Sofa" verbringen möchte: Im Mittelpunkt stehen Familie und Hobbys wie Fotografieren, Motorradfahren und handwerkliche Arbeit: "Als Erstes kauf' ich mir einen Holzspalter."

• Von Realschul-Rektor Christoph Podloucky verabschiedet sich die Stadt Stade am heutigen Samstag um 11 Uhr im Rahmen einer Feierstunde im Forum des Schulzentrums Hohenwedel. Jens-Uwe Schönfleisch, Rektor der Hauptschule Hohenwedel, geht ebenfalls in Pension.