Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Rettet die Karawane"

Die Kinder und Jugendlichen der „Karawane“ wollen am Montag im Sozialausschuss Präsenz zeigen
bc. Stade. „Karawane“ heißt der Ort im Landkreis Stade, der für 40 Kinder und Jugendliche mit Behinderungen ein wichtiger Anlaufpunkt ist. Wenn der Unterricht in der Förderschule in Stade-Ottenbeck beendet ist, werden sie bei der „Karawane“ - eine Einrichtung der Offenen Hilfen der Lebenshilfe Stade - nachmittags oder in den Ferien verlässlich betreut. Jetzt steht die „Karawane“ vor dem finanziellen Aus.

Die Elternbeiträge (322 Euro pro Monat) und das Geld aus der Pflegekasse können die Kosten nicht mehr decken. Monatliches Minus: ca. 4.000 Euro. Schon Anfang September könnte Schluss sein. „Viele Eltern fürchten, in Zukunft nicht mehr arbeiten zu können“, sagt Elternvertreterin Irma Tiessen-Franke.

Am kommenden Montag, 8. Juni, ist das Betreuungsproblem Thema im öffentlichen Kreissozialausschuss (15 Uhr). Ungefähr 20 Eltern und ihre Kinder wollen präsent sein. Ihr Motto: Rettet die Karawane! „Wir brauchen die finanzielle Unterstützung des Landkreises“, sagt Irma Tiessen-Franke.

Zum Hintergrund: Bevor die Förderschule in Ottenbeck, deren Träger der Landkreis ist, 2004 gebaut wurde, gingen die Kinder direkt bei der Lebenshilfe zur Schule. Die Betreuung am Nachmittag war sichergestellt. Seitdem die Kinder aber in Ottenbeck sind, sind sie weder ganztags noch in den Ferien betreut, obwohl den Eltern diese Leistung damals zugesagt wurde. Die „Karawane“ sprang ein, da in Ottenbeck spätestens um 14.45 Uhr Schlussschluss ist - zuletzt aufgrund von Lehrermangel sogar noch früher.

Wenn nun die „Karawane“ für immer schließen muss, werden einige Eltern vermutlich ihren Job aufgeben müssen. Ihre Kinder erfordern besonders viel Aufmerksamkeit, sie können nicht mal eben nachmittags alleine zu Hause bleiben, so wie nicht-behinderte Kinder. „Wenn die Gruppe dicht gemacht werden muss, verlieren die Kinder und Jugendliche wichtige soziale Kontakte“, sagt Jana Krone, Abteilungsleiterin der offenen Hilfen bei der Lebenshilfe. Das Angebot des Landkreises, Geld aus dem Teilhabepaket zu zahlen, sei löblich, reiche aber nicht aus, um die „Karawane“ zu retten, so Krone. Ein beantragter Zuschuss in Höhe von 60.000 Euro sei abgelehnt worden.

„Wir nehmen die Situation sehr ernst und wollen versuchen, den Eltern individuell zu helfen“, sagt Susanne Brahmst, Sozialdezernentin beim Landkreis.

Irma Tiessen-Franke hat die Hoffnung nicht aufgegeben. Sie und andere Eltern können sich vorstellen, Räumlichkeiten und Ressourcen der Förderschule für einen inklusiven Hort zu nutzen: „Ein Hort für Menschen mit Behinderungen wäre ein Novum in der Geschichte der Stadt Stade.“