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Saisonstart am Stader Flughafen

Dierk König, Vorsitzender des LSV (li.), mit Hobby-Pilot Hans-Heinrich Hövermann
 
Dierk König, Vorsitzender des LSV, freut sich auf eine betriebsame Sommersaison
bc. Stade. Das frühlingshafte Wetter passte zum Saisonstart auf dem Stader Flughafen. Bei strahlendem Sonnenschein herrschte am Freitag reger Flugbetrieb am blauen Himmel über Ottenbeck. Ab sofort bis Ende Oktober ist der ehrenamtlich geführte Flughafen wieder samstags und sonntags von 9 bis 18 Uhr mit einem Flugleiter besetzt. „Wer außerhalb dieser Zeit landen möchte, muss sich anmelden“, erklärt Dierk König (59), Vorsitzender des LSV Günther Groenhoff, beim Ortstermin mit dem WOCHENBLATT.

Der Luftsportverein hat den Flughafen von der Stadt, der Eigentümerin, gepachtet - zu relativ günstigen Konditionen. „Die Stadt trägt absolut keine Kosten“, betont König. Der Verein halte den Platz mit seiner 650 Meter langen Start- und Landebahn, dem Hangar, der Werkstatt, dem Vereinsheim und dem grünen Gelände alleine in Schuss.

Offiziell ist der Stader Flughafen gar kein richtiger Flughafen, sondern ein sogenannter Sonderlandeplatz Klasse III, weil nicht täglich ein Flugleiter anwesend ist. Außerdem können in Stade aufgrund der geringen Länge der Landebahn auch nur kleine ein- und zweimotorige Flieger bis 5,7 Tonnen starten und landen.

Einige Politiker - vor allem von CDU und SPD - träumen dagegen von Höherem. Im 2013 vom Kreistag verabschiedeten Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) ist verankert, dass der Sonderlandeplatz bei Bedarf zu einem sogenannten Verkehrslandeplatz entwickelt werden soll. Das würde bedeuten, dass der „Tower“ ständig besetzt werden müsste, Millionen müssten in die Infrastruktur und in festes Personal investiert werden.

Für Dierk König liegt der Ausbau zum Verkehrslandeplatz aktuell fernab jeglicher Realität. Er sagt deutlich: „Das macht keinen Sinn.“ Im Durchschnitt gibt es derzeit 3.000 bis 3.500 Flugbewegungen (Starts und Landungen) in Stade-Ottenbeck - inklusive der Segelfliegerei. König: „Das ist wenig.“ Damit sich eine Aufwertung rechne, wären ca. 15.000 Bewegungen vonnöten.

Aus diesem Grund forderte jüngst der Grünen-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Ulrich Hemke, das RROP bei der nächsten Überarbeitung in der Form anzupassen, dass die Option auf einen Verkehrslandeplatz in Ottenbeck gestrichen werde. „Es gibt keinen Bedarf für einen Regionalflughafen“, unterstreicht Hemke, der vor allem vor den finanziellen Belastungen warnt.

Stades Wirtschaftsförderer Thomas Friedrichs erläutert, weshalb überhaupt der Passus im RROP enthalten ist: „Man sollte nicht ohne Not einen planungsrechtlichen Status quo aufgeben.“ Hätte die Politik 2013 das Signal gegeben, Stade brauche keinen Verkehrslandeplatz, wie es ihn beispielsweise in Uetersen (Schleswig-Holstein) oder Rotenburg/Wümme gibt, hätte sie die rechtliche Option auf lange Sicht versagt. Friedrichs versichert aber: „Aktuell gibt es seitens der Stadt keinen Handlungsbedarf.“

Ähnlich sieht es Dierk König: „Wer weiß schon, was in 20 Jahren ist. Die Option sollte man nicht freiwillig aufgeben.“


Luftsportverein Günther Groenhoff verfügt über 250 Mitglieder


(bc). Der Luftsportverein Günther Groenhoff, benannt nach einem Stader Segelflugpionier, fliegt seit mehr als 60 Jahren in Stade. Genauer gesagt seit 1955. Der Flughafen wurde ab 1936 für die Luftwaffe der Wehrmacht gebaut, nach Ende des Zweiten Weltkriegs von den Briten zerstört. Die heutige Start- und Landebahn war damals nur eine Rollbahn. Der Verein verfügt mit seinen rund 250 Mitgliedern über zwei eigene Motorflugzeuge, sechs Segler und zwei Motorsegler. In Stade schulen ehrenamtliche Fluglehrer den Nachwuchs für Segel- und Motorflug, ab 14 Jahren können Schüler bereits mit der Segelflugschulung beginnen. Nach 40 bis 50 Starts sind in der Regel Alleinflüge im Segelflug möglich - unter Aufsicht eines Fluglehrers.

• Mehr Informationen lesen Sie im Internet auf www.flugplatz-stade.de