Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Schimmel zerstört Wohn-Träume

Tanja Hundhausen: "Wir haben eine Schrott-Immobilie gekauft". Sie leidet gesundheitlich unter dem Schimmelbefall
 
Schimmel unter der Fensterbank

Vermeintliches Schnäppchen entpuppt sich als Schrott-Immobilie: Schwindel, Husten, Übelkeit

tp. Blumenthal. Ein Häuschen im Grünen: Davon hatten Bodo Hundhausen (45) und seine Ehefrau Tanja (38) geträumt: Im beschaulichen Blumenthal bei Oldendorf erstand das aus Hamburg stammende, kinderlose Paar im Februar ein Einfamilienhaus zum günstigen Preis von 75.000 Euro. Doch das vermeintliche Schnäppchen entpuppte sich sich nach ihren Angaben als Schrott-Immobile.

Das Haus sei vom Keller bis unter das Dach von krank machendem Schimmelpilz befallen, klagen die Hundhausens. Sie fühlen sich vom Hausverkäufer übers Ohr gehauen.

Der Lkw-Fahrer und die Gebäudereinigerin fanden das Häuschen auf einem Internet-Immobilienportal. In dem Makler-Exposé war das als 110 Quadratmeter große Haus (Baujahr 1950) auf idyllischem, 926 Quadratmeter großem Grundstück mit hübschen Fotos ins rechte Licht gerückt worden.

Deutlich genannt wurden die einfache Ausstattung und der Renovierungsbedarf. Keine Hürde für Bodo Hundhausen: Der gelernte Maurer wollte das Eigenheim nach und nach schön herrichten. Die Lust darauf ist ihm vergangen.

Bei den ersten Arbeiten im Mai seien Mängel zutage getreten: blätternder Putz, nasse Wände, Wurmlöcher in den Holzbohlen, ein undichtes Dach, Wassereintritt an einer Kellerwand, schwarzer und weißer, pelziger Schimmel auf dem Fußboden, an den Decken und Wänden auf allen Etagen. Frisch geklebte Tapeten fielen wieder von den Wänden.

Rund einen Monat nach dem Einzug stellten sich bei Tanja Hundhausen Gesundheitsbeschwerden ein: Sie berichtet von Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Magen- und Darmproblemen, Husten, Augentränen und Juckreiz. Ihr Mann leidet unter ähnlichen Symptomen.

Bodo und Tanja Hundhausen fühlen sich vom Makler und vom ehemaligen Hauseigentümer hinters Licht geführt. Beide hätten trotz Nachfragen im Vorfeld des Vertragsabschlusses nichts von den Mängeln erwähnt. Die Hundhausens vermuten, für die dem Kauf vorausgegangenen Hausbesichtigungen seien die Schäden mit frischer Farbe und Geruchsmitteln kaschiert worden.

Nun stecken die beiden in der Klemme. Um gegen den aus ihrer Sicht mit ungerechten Klauseln belegten Kaufvertrag juristisch vorzugehen, fehlt ihnen das Geld. Ihre Rechtsschutzversicherung greift nicht, weil sie diese zu spät abgeschlossen haben.

Die fachmännische Schimmel-Sanierung überschreitet ebenfalls ihr Budget. Die gesamten Ersparnisse steckt in dem Haus, das sie lieber heute als morgen verlassen möchten.

Tanja Hundhausen: "Wir sind nervlich am Ende und haben Zukunftsangst. Unsere Beziehung leidet."

• Der vorherige Eigentümer wehrt den Vorwurf einer vorsätzlichen Täuschung ab. Beide Seiten seien sich über das Prinzip "gekauft wie gesehen" einig gewesen. Mögliche unentdeckte Schäden könnten allenfalls von Vormietern verursacht worden sein. Er selbst habe das Haus stets gepflegt.

• Das WOCHENBLATT berichtete kürzlich von der achtköpfigen Familie Weseloh, die in Kakenstorf in der Nordheide ein unbewohnbares Schimmelhaus gekauft hatte. Zwischenzeitlich ist die Versicherung für die Reparatur eines Rohrbruchs eingetreten und zahlt der Familie vorübergehend eine Wohnung. Dort können die Weselohs bleiben, bis der Wasserschaden behoben ist. Dann müssen sie zurück ins schadhafte Haus. Der Rechtsstreit kann laut Anwalt bis zu drei Jahren dauern.

• Wer den Hundhausens helfen will, schreibt eine E-Mail an hundhausen66@web.de