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Schock-Diagnose Gehirntumor

Halten fest zusammen: Krebspatient Maik Ritscher und seine Ehefrau Katrin
 
Maik und Katrin Ritscher mit ihren Söhnen (v. li.) Niklas, Jannik und Maris

Maik Ritscher (34) glaubte, er müsse sterben - dann fand seine Frau "den besten Arzt der Welt"

tp. Himmelpforten. "Muss ich sterben?", "Werde ich wieder ganz gesund?", bange Fragen die sich Maik Ritscher (35) aus Himmelpforten stellte. Der Familienvater hat das vergangene Jahr als emotionale Achterbahnfahrt erlebt. Er erkrankte an einem seltenen, als nicht operierbar geltenden Gehirntumor. Doch dann fand er einen Arzt, der die Operation wagte und offenbar ein Wunder vollbrachte: Krebspatient Maik Ritscher ist auf dem Weg der Genesung.
Maik Ritschers Albtraum begann im Sommer 2012 mit rätselhaften Kopfschmerzen. Er führte die Beschwerden zunächst darauf zurück, dass er sich zuvor den Kopf an seinem Carport gestoßen hatte. Als die Schmerzen massiver wurden, ging der Vater von drei Söhnen (4, 11, 14) zum Arzt. In der Klinik Dr. Hancken in Stade schob man ihn zur Magnetresonanztomographie "in die Röhre". Der Arzt stellte eine Schock-Diagnose: Schädel-Basis-Tumor. Maik Ritschers Ehefrau Katrin (34) fiel nach der Schreckensmeldung in Ohnmacht. "In den folgenden Monaten brachte ich kein Wort ohne zu stottern heraus", erinnert sie sich. Trotz der extremen seelischen Belastung unterstützte sie ihren geliebten Ehemann nach Kräften, steckte sich ein hohes Ziel: "Ich suche für ihn den besten Arzt der Welt."
Zunächst fand sich kein Spezialist, der sich an eine Operation heranwagte. Der seltene Tumor hatte die Halswirbelsäule und den hinteren Schädelknochen befallen. Die Aussichten, das Geschwür vollständig zu entfernen, schienen schlecht.
Katrin Ritscher geriet in höchste Sorge um ihren Mann, dessen Beschwerden sich stetig verschlimmerten. Der Tumor drückte aufs Kleinhirn. Die Folgen: Schluckstörungen, Schwerhörigkeit, Ohnmachtsanfälle. Die Arbeit fiel dem Industrie-Elektroniker und leidenschaftlichen Heimwerker zunehmend schwerer.
Bei der Suche nach einem geeigneten Arzt recherchierte Katrin Ritscher im Internet, und wurde am anderen Ende Deutschlands fündig: An der "Klinik Barmherzige Brüder" in Regensburg in Bayern fand sie den Neurochirurgen Dr. Adolf Müller. Dieser nahm sich Maik Ritschers Ausnahmefall an. Dr. Adolf Müller konsultierte als Berater einen befreundeten Arzt aus Boston (USA) und entschied sich schließlich zu der gewagten Operation. Im Juni befreite Dr. Müller Maik Ritscher von dem auf Walnussgröße gewachsenen Tumor, der die Halswirbelsäule befallen hatte. Die OP, bei der der Arzt einen Schnitt an der Halswirbelsäule setzte und den Schädel hinter dem rechten Ohr öffnete, dauerte 13 Stunden. Die Entfernung des sichtbaren Teils des Geschwürs glückte.
Doch Maik Ritschers Kampf ging weiter: Wegen der Schwere des Eingriffs musste er in der "Reha" deutliches Sprechen und feine Bewegungen neu lernen.
Zwischenzeitlich schickte Dr. Müller Gewebeproben zu Spezialisten Deutschland und der Schweiz. Am Ende stand die traurige Botschaft: Der Tumor ist bösartig und eine vollständige Beseitigung nur durch eine sogenannte Ionenbestrahlung möglich. Über die für Ritscher Krankheit geeignete Technik verfügen weltweit kaum eine Handvoll Krankenhäuser - eines ist die Uni-Klinik in Heidelberg. Dort wird Maik Ritscher im kommenden Monat behandelt.
Der Familienvater ist guter Dinge, wieder vollständig geheilt zu werden. Wie es auch ausgeht, Maik Ritscher sieht das Leben längst mit anderen Augen: "Wir müssen auf eine Art akzeptieren, wenn es uns erwischt. Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren."