Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Sportvereine in Stade: Improvisationstalent ist gefragt

Normalerweise trainieren und spielen Sportler des VfL Stade in der Halle an der Berufsschule
bc. Stade. Drei große Sporthallen in Stade sind als Notunterkunft für Flüchtlinge geblockt: zwei Hallen der Berufsschule an der Glückstädter Straße sowie eine Halle an der Friedrich-Fröbel-Schule. Für wie lange diese Situation bestehen bleibt, weiß keiner so genau. Das Land sprach ursprünglich von vier bis fünf Wochen nach Ankunft der Flüchtlinge. Daran glaubt kaum einer mehr.

Dass die Notlage nicht nur Auswirkungen auf den Sportunterricht in der Schule hat, ist klar. Auch die Vereine müssen jetzt sehen, wie sie ihren Trainings- und Punktspielbetrieb organisieren. Vor wenigen Tagen gab es eine Krisensitzung beim Landkreis mit rund 50 Vereinsvertretern. Zwölf Vereine waren eingeladen, die mehr oder weniger stark betroffen sind. Am meisten muss der VfL Stade als größter Sportverein der Stadt (16 Sparten, 4.500 Mitglieder) improvisieren. Handballer, Basketballer, Volleyballer, Fußballer, Baseballer, alle müssen sehen, wo sie bleiben.

Präsident Carsten Brokelmann berichtet von einer großen Herausforderung, die aber zu stemmen sei, weil sich viele andere Vereine kooperativ zeigen. Da würden Hallenzeiten verkürzt, geschoben oder getauscht. Teilweise teilen sich zwei Mannschaften das Spielfeld.

In Sachen Punktspielbetrieb ist die Handball-Abteilung des VfL am gravierendsten betroffen. Brokelmann: „Das konnten wir aber in weiten Teilen auffangen.“ Ausweichzeiten in den Hallen in Hohenwedel, Camper Höhe und im Athenaeum seien geschaffen worden. Sollte doch mal ein Spiel verlegt werden müssen, hätten die Verbände bereits ihr Entgegenkommen signalisiert. „Unsere Planungen gehen soweit, dass wir bis zu den Osterferien mit dieser Situation rechnen. Wenn sich die Lage früher entspannt, sind alle froh“, sagt Brokelmann. Er hofft, dass keine vierte Sporthalle in Stade für eine Notunterkunft genutzt werden muss: „Das wäre kaum noch darstellbar. Noch haben die meisten unserer Mitglieder großes Verständnis für die Notlage des Landkreises.“

Kreisbaurat Hans-Hermann Bode betont gegenüber dem WOCHENBLATT, dass der Kreis sehr schnell auf die Amtshilfeersuchen des Landes reagieren musste. Das sei auch der Grund, weshalb der Boden in den zwei Hallen der Berufsschule nicht mit Spanplatten wie in der Fröbel-Schule ausgelegt worden sei. Bode: „Dazu hatten wir einfach keine Zeit.“ Er rechnet damit, dass die Böden saniert werden müssen.

• Flüchtlinge, die noch keinen Status haben und noch keine staatlichen Leistungen beziehen, können das Sportangebot des VfL Stade kostenlos nutzen.