Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

St. Wilhadi: Zeitplan ist durcheinander geraten

Links alt, rechts neu: Der Ostflügel der Kirche wurde bereits saniert. Superintendent Dr. Thomas Kück gefällt, wie die Bauarbeiter die gewachsene Struktur der Pfeiler teilweise belassen haben
bc. Stade. Die Kirchengemeinde St. Wilhadi hatte alles so schön durchgeplant. 2017, rechtzeitig zum 500-jährigen Reformationsjubiläum, sollte eines der Wahrzeichen der Stader Altstadt, die spätgotische St. Wilhadi-Kirche aus dem 14. Jahrhundert, in neuem Glanz erstrahlen. Jetzt ist der Sanierungszeitplan durcheinander geraten.

Geplant war, 2015 die Südseite des Gotteshauses zu erneuern. Weil die Kirchengemeinde nun aber festgestellt hat, dass auch der Turm an der Westseite entgegen der Planungen saniert werden muss, könnten sich die Arbeiten verzögern.

Zur Erklärung: Die Metallanker, die das alte Mauerwerk des Glockenturms zusammenhalten sollen, rosten so stark, dass Risse in der Wand entstanden sind, durch die Feuchtigkeit in die Kirche eindringt. "Das müssen wir dringend reparieren", sagt Superintendent Dr. Thomas Kück.

Das Problem: Für die Außensanierung ist die Landeskirche in Hannover zuständig. 450.000 Euro wollte sie im kommenden Jahr für die Südseite bereitstellen, die restlichen 50.000 Euro sollten vom Kirchenkreis Stade kommen.

Das Geld wird jetzt aber für die Turmsicherung gebraucht. Kück: "Die Verhandlungen mit der Landeskirche laufen, ob nicht beide Baumaßnahmen in 2015 durchgeführt werden können. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen." Jede Maßnahme für sich kostet 500.000 Euro.

Wie berichtet, wurde 2013 schon die Nordseite und 2014 der Ostflügel der Kirche für ebenfalls je eine halbe Millionen Euro erneuert. Für Kück wurden die bisher erledigten Arbeiten gut umgesetzt. Vor allem die Tatsache, dass die Baufirma nur punktuell neue Backsteine einsetzte und so die gewachsene Struktur der Fassade beließ, gefällt dem Pastor.

2016 ist die Innenrenovierung der Kirche geplant. Beabsichtigt ist ein ganzer Katalog von Maßnahmen. Zum einen soll ein zugemauertes Fenster hinter dem barocken Altar wieder freigelegt werden. "Dort wollen wir ein künstlerisch gestaltetes Glas einsetzen", so Kück. Außerdem soll der Altarraum vergrößert werden, um bei Konzerten mehr Platz für das Orchester zu haben. Darüber hinaus sei geplant, die Bänke in den Seitenschiffen des Sakralbaus abzubauen, um einen "geistlich-kommunikativen Raum" z.B. für Ausstellungen zu schaffen, so Kück: "Wichtig ist, dass die Menschen ihre Kirche wiedererkennen, auch wenn wir einiges verändern wollen. Wir werden die Gemeindemitglieder bei allen Entscheidungen miteinbeziehen."

Für die Sanierung des Innenraums sucht der Kirchenkreis noch Sponsoren. Die Landeskirche ist ausschließlich für die Außensanierung zuständig.