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Stade: Falschparker stoppen Feuerwehr

In den schmalen Altstadtgassen ist es für die Feuerwehr manchmal schwierig, zum Einsatzort - in diesem Fall lag er am Cosmae-Kirchhof (hinten re.) - zu gelangen, sofern Falschparker die Zufahrt behindern
bc. Stade. Mittlerweile ist seine Wut zwar schon wieder etwas verraucht, um im Feuerwehr-Jargon zu sprechen, trotzdem ist der Brand in der vergangenen Woche in Stade (das WOCHENBLATT berichtete) für Stadtbrandmeister Klaus-Daniel Ney ein gegebener Anlass, erneut auf die besondere Situation in den schmalen Altstadtgassen hinzuweisen. Auf Nachfrage bestätigt er dem WOCHENBLATT: „Ja, wir hatten ein paar Minuten Zeitverzögerung beim Einsatz, weil wir uns an zwei Autos vorsichtig vorbeizwängen mussten. Das ist sehr ärgerlich.“

Da die „Salzstraße“ aufgrund von Bauarbeiten derzeit gesperrt ist, musste die Feuerwehr über die Straßen „Beim Salztor“, „Hagedorn“ und „Hinterm Hagedorn“ zum Einsatzort „Cosmae-Kirchhof“ fahren. „Hinterm Hagedorn“ blockierten jedoch zwei Pkw die Durchfahrt, weil sie laut Feuerwehr erstens im Halteverbot standen und zweitens nicht nah genug an der Hauswand. Ney: „Auf der anderen Seite stehen einbetonierte Poller, die wir nicht verrücken konnten.“

Bei dem Einsatz vor einer Woche am vergangenen Dienstag war die Situation glücklicherweise nicht ganz so brenzlig wie vor einiger Zeit bei einem Feuer in der Bungenstraße, ebenfalls in der Altstadt. Damals befanden sich noch Personen in dem brennenden Gebäude. Die Retter mussten per Muskelkraft falschparkende Autos beiseite schieben, bevor sie die Menschen retten konnten. Ney: „Diesmal wussten wir, dass alle Personen bereits das Gebäude verlassen haben.“

Falschparker, die einen Feuerwehr-Einsatz verzögern, müssen nicht zwingend nur mit einem Knöllchen von der Stadt rechnen. Der Eigentümer des abgebrannten Hauses kann möglicherweise auch Schadensersatzansprüche geltend machen, sofern sich nachweisen lässt, dass das Gebäude durch die Verzögerung mehr beschädigt wurde, als ohne. Das bestätigt der Buxtehuder Fachanwalt Andreas Ohme auf Anfrage. Auch die Feuerwehr könnte theoretisch Schadenersatz fordern, sofern ihre Fahrzeuge durch Falschparker beschädigt werden.

Ralph-Detlev Jansen wohnt in der Stader Altstadt. Er beobachtet seit Längerem die seiner Meinung nach laxe Einstellung des städtischen Ordnungsamtes bei widerrechtlich abgestellten Fahrzeugen: „Verzwickt ist, dass ein erheblicher Anteil der Falschparker Einheimische sind, die die Bürozeiten der Stadtverwaltung genau kennen und ausnutzen.“ Die Stadt müsse mehr kontrollieren, zu allen Tages- und Nachtzeiten, so Jansen: „Das hat der Brand gezeigt.“

Übrigens nicht nur in der Altstadt hat die Feuerwehr Probleme durchzukommen. Auch in den Wohngebieten haben die großen Einsatzfahrzeuge Schwierigkeiten, da viele Anwohner zur Verkehrsberuhigung gerne auf der Straße stehen. Ney: „Dann müssen wir im Zickzack fahren.“

Im Herbst plant die Stader Feuerwehr eine Aufklärungskampagne.