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Stade: Finanzamt bald am Bahnhof?

Amtsvorsteher Andreas Romeiser vor der maroden Fassade (Foto: bc)
bc. Stade. Wer schon mal mit dem Fahrstuhl im Stader Finanzamt an der Harburger Straße gefahren ist, weiß spätestens dann um den Sanierungsstau in dem siebenstöckigen Gebäude. Der Lift hat noch den Original-Look aus dem Eröffnungsjahr 1974. Entsprechend häufig versagt er seinen Dienst. In Hannover ist jetzt nicht zuletzt deshalb eine wichtige Vorentscheidung für die Kreisstadt gefallen: Ein neues Finanzamt soll her.

22 Millionen Euro sind für den Bau sowie den Abriss des alten Amtsgebäudes im Landeshaushalt eingeplant worden, der allerdings noch vom Landtag abgesegnet werden muss. Stades Finanzamts-Vorsteher Andreas Romeiser erfuhr von der freudigen Nachricht kurz nach der Haushaltsklausur am 20. Juni. Seit seinem Amtsantritt im Frühjahr 2013 kämpft Romeiser für ein neues Domizil: „Ich bin sehr froh über diese Entwicklung. Wenn alles klappt, könnte der Umzug bis 2022 über die Bühne gegangen sein.“

Die 320 Mitarbeiter dürfte die Nachricht ebenso freuen. Ihre Büros sind zu klein. Hinter ihren Rücken stapeln sich die Aktenordner. Die Energiebilanz des Gebäudes ist katastrophal. Vielerorts zieht es aufgrund kaputter Dichtungen durch die Fenster, die teilweise notdürftig mit Holzlatten zugezimmert wurden. In den oberen Räumen tröpfelt es durch die Decke. Die Liste der Baumängel ließe sich fast endlos fortführen. Außerdem gibt es keine Teeküchen auf den Etagen, die Sanitäranlagen sind nicht mehr zeitgemäß.

Das Hauptproblem ist jedoch der fehlende Platz. 90 der 320 Mitarbeiter müssen in Außenstellen ausweichen: die Betriebsprüfung, die Grundbesitzstelle und die Abteilung für Erbschafts- und Schenkungssteuer. Romeiser: „Ziel ist es, alle Mitarbeiter unter einem Dach zu vereinen, um das Gemeinschaftsgefühl zu steigern.“

Zumal Arbeitsprozesse und der Informationsaustausch verbessert werden könnten. „Es besteht immer die Gefahr, dass Informationen verloren gehen, wenn Mitarbeiter auf mehrere Gebäude verteilt sind. Im schlimmsten Fall sind Steuerausfälle möglich“, erklärt Romeiser. Mit einem Neubau könnten die jährlichen 600.000 Euro an Mietkosten eingespart werden.

Ein Grundstück scheint bereits gefunden zu sein. An der neuen Steinkirchener Straße - der Verbindung zwischen Altländer Viertel und Innenstadt - gegenüber dem Staatsarchiv steht ein städtisches Grundstück zur Verfügung. Die Stadtverwaltung hat sich bereits beim Land mit der Fläche beworben. Bürgermeisterin Silvia Nieber: „Die Fläche ist deswegen für Mitarbeiter und Kunden so interessant, weil der Bahnhof in der Nähe liegt.“ Auch Romeiser spricht sich für das Areal aus. Derzeit beträgt die Bürofläche des Finanzamtes ca. 6.000 Quadratmeter. „Bei optimalerem Zuschnitt der Räume könnten wir mit 5.000 Quadratmetern auskommen.“ In dem Neubau könnte auch ein Kundenservice-Bereich entstehen.

Sollte der Landtag die Mittel freigeben, könnten auf der dann frei werdenden Fläche an der Harburger Straße Wohnbauten entstehen. So stellt sich zumindest die Stadt die Entwicklung dort vor.