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Stade: Innovative Markierungen irritieren Autofahrer

Zehn solcher großen weißen Dreiecke sollen nun den Verkehr abbremsen (Foto: bc)
Nach Anwohner-Forderung, einen Zebrastreifen auf dem Salztorswall aufzubringen, reagiert Stadtverwaltung mit bislang unbekannter Lösung

bc. Stade. "Unverständnis über Ignoranz im Stader Rathaus." So titelte das WOCHENBLATT im Februar diesen Jahres im Zuge einer Diskussion über die Verkehrssicherheit auf dem Salztorswall. Ignoranz wollte sich die Stadtverwaltung offensichtlich nicht vorwerfen lassen. Vor einigen Tagen ließ sie zehn große weiße Dreiecke auf die Fahrbahn pinseln.
Die Folge: Bei Autofahrern und Anwohnern sorgen die Markierungen schon mal keinesfalls für Ignoranz, für Unverständnis schon eher. "Diese Lösung ist gefährlich", meint Anwohner Jens Reeder. Er wohnt direkt auf der Ecke, hat schon mehrmals beobachtet, wie Autofahrer irritiert abbremsen, um Passanten über die Straße zu lassen, der nachfolgende Verkehr dann allerdings noch irritierter in die Eisen gehen muss, um nicht das Heck des Vordermanns zu "knutschen".
Zur Erinnerung: Jens Reeders Nachbar Michael Lilienkamp hatte damals im Februar öffentlich von Politik und Verwaltung gefordert, bei der neuen Verkehrsinsel auf Höhe der Hausnummer 7 (Bischofstwiete) zusätzlich einen Zebrastreifen aufzubringen, um die Querung der Straße für Fußgänger sicherer zu machen.
Der Erste Stadtrat Dirk Kraska teilte allerdings mit, dass ein Zebrastreifen an dieser Stelle ausgeschlossen ist. Aus zwei Gründen: zu wenig Fußgänger-Verkehr und die schlecht einsichtige Kurve.
Dass die neuen innovativ wirkenden riesigen Dreiecke manch Autofahrer irritieren, sei durchaus gewollt, sagt Dirk Kraska auf WOCHENBLATT-Anfrage: "Die Dreiecke sind optische Barrieren, die der Verlangsamung dienen sollen." Die Praxis zeige bisher, dass sie ihre Wirkung nicht verfehlen. Grundlage für die Entscheidung sei eine verwaltungsinterne Richtlinie gewesen, so Kraska.
Auf Nachfrage bei der Polizei, die in die Entscheidungsfindung einbezogen war, sagt Sprecher Andre Janz: "Die Dreiecke sind auf jeden Fall besser als nichts."
Das sieht Jens Reeder ein wenig anders. Er appelliert an die Stadt, mit den Anwohnern gemeinsam eine geeignete Lösung zu suchen. Er sagt: "Mit der jetzigen Lösung sind wir nicht glücklich. Ein Zebrastreifen wäre besser." Noch sinnvoller sei laut Reeder möglicherweise nur, einen alten Fußgänger-Tunnel wieder auszubuddeln, der unter dem Salztorswall hindurchführt. Der sei vor Jahrzehnten verfüllt worden, bevor er überhaupt jemals richtig in Benutzung war.