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Stade: Kaum Interesse an "Netter Toilette"

Nicht alle öffentlichen Toiletten, wie das hier hinter dem Stadtwerke-Gelände, sind für Rollstuhlfahrer geeignet (Foto: bc)
bc. Stade. Dieses Problem kennen viele Menschen: Wer in der Stadt unterwegs ist und ein dringendes Bedürfnis verspürt, stellt sich die bange Frage: Wo ist die nächste öffentliche Toilette? Die sind in Stade nicht immer leicht zu finden. Das Projekt „Nette Toilette“, bei der Bürger kostenlos die Klos von Restaurants oder anderen Geschäften benutzen dürfen, sollte eigentlich Abhilfe schaffen.
In Buxtehude wurde die Aktion kürzlich leise beerdigt (das WOCHENBLATT berichtete). Nur sechs Betriebe wollten mitmachen. Zu wenig für die Stadt. In Stade sind es auch nicht viel mehr. Sieben Geschäfte von weit über 100 möglichen machen nur mit. Ist die „Nette Toilette“ auch in Stade ein Flop?
Wilfried Vagts, Vorsitzender des Seniorenrates, übt seit Längerem Kritik. Der engagierte Streiter für die ältere Generation schaut vor allem mit dem Blick auf die Barriere-Freiheit auf die Situation: „Sieben Geschäfte, die mitmachen, sind viel zu wenig.“ Zumal auch nicht alle Toiletten barrierefrei zu erreichen seien. Nicht mal das öffentliche Klo hinter den Stadtwerken (Wasser West) sei für Rollstuhlfahrer geeignet. Vagts: „Viel mehr Geschäfte müssten sich an der Netten Toilette beteiligen. Dann müsste man das Konzept auch offensiver bewerben.“
Bislang ist Bäcker Marziniak am Pferdemarkt dabei, die Eis-Cafés Caracci an der Großen Schmiedestraße sowie das Italia an der Hökerstraße, das benachbarte Restaurant Dionysos an der Hökerstraße, das Amadys Restaurant am Fischmarkt sowie die Kneipe Fuerkiek und das Café im Goebenhaus (beides Wasser West).
Der Hinweis auf die „Nette Toiletten“ erfolgt mittels eines kleinen Aufklebers, der im Eingangsbereich des Betriebes angebracht ist - schwer erkennbar für Ortsfremde. Ein Übersichtsplan über die Standorte der „Netten Toiletten“ ist u.a. bei der Stader Tourismus GmbH als auch im Rathaus zu erhalten. Zudem wird im Internet auf die Netten Toiletten in Stade (www.stade.de) hingewiesen.
Für die Bereitschaft, seine Toiletten zur Verfügung zu stellen, erhält der Pächter eine monatliche Entschädigung in Höhe von 40 Euro. Geschäftsinhaber, die noch Interesse an dem Projekt haben, dürfen sich gerne im Rathaus melden. Stadtsprecher Tjorven Plate: „Bei uns läuft die Aktion bis auf Weiteres.“