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Stader Abgeordneter im Geister-ICE

War vier Stunden im Zug eingeschlossen: Oliver Grundmann (Foto: Grundmann privat)

Bange Stunden für Oliver Grundmann: "Ich steh noch unter Hochspannung"

tp. Stade. "Endlich raus aus dem Geisterzug!" Der Stader Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann (CDU) atmete auf, als die Gefahr am Hamburger Hauptbahnhof gebannt war. Der Sturz einer 15.000-Volt-Oberleitung auf einen einfahrenden ICE verlief am Sonntagabend glimpflich: Die rund 430 Fahrgäste, unter ihnen Oliver Grundmann, der auf der Rückfahrt von Berlin zu seiner Familie in Stade war, kamen mit dem Schrecken davon und blieben unverletzt. Wie viele weitere Passagiere, war Grundmann allerdings mehrere Stunden im Zug eingeschlossen.

"Ich steh' noch immer unter Hochspannung", sagte Oliver Grundmann am Montagmittag dem WOCHENBLATT. Tatsächlich bestand in dem ICE, der aus München kam, und am Sonntag gegen 18.30 Uhr in Hamburg einfuhr, die Gefahr eines Stromschlags. Die Oberleitung war aus noch ungeklärter Ursache gerissen und auf den hinteren Zugteil, in dem der Stader Politiker saß, gefallen. Die Fahrgäste durften die Türgriffe nicht anfassen. Der Unglückszug musste zunächst geerdet werden.

Die ersten 150 Passagiere im vorderen Zugteil, der noch den Bahnsteig erreicht hatte, konnten den ICE gegen 20 Uhr verlassen. Grundmann und die übrigen Passagiere im hinteren Zugteil mussten sich bis 22.45 Uhr gedulden, ehe sie über Rettungsleiter aussteigen durften. Unterdessen entwickelte sich in den hinteren Abteilen beinahe gespenstische Stimmung, so Grundmann. Das Licht war gedämmt, die Heizung ausgeschaltet, die meisten Fahrgäste verhielten sich angesichts der angespannten Lage stumm. "Nur einige Kinder weinten."

Hilfs- und Rettungskräfte hätten einen hervorragenden Job geleistet, lobt Grundmann. "Ein Polizist half einem Vater beim tragen seiner Kinder zum 300 Meter entfernten Bahnhofsgebäude."

• Der ICE wurde zur Reparatur in eine Werkstatt geschleppt, die Oberleitung sei in der Nacht auf Montag repariert.