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Taifun: Philippinos in Deutschland bangen um Freunde und Familie

Halten Kontakt in die vom Taifun zerstörte Heimat: Evangeline (li.) und Gina Wilkens

Kontaktschwierigkeiten nach der Zerstörung / Gina und Evangeline Wilkens aus Stade: "Das Schlimmste war die Ungewissheit"


tp. Stade. Leichen, Ruinen, Plünderung, Hunger, Durst und Chaos: Wenn Gina Wilkens (44) die schockierenden Nachrichten aus ihrer Heimat, den Philippinen, sieht, steigen ihr die Tränen in die Augen. Seitdem der Taifun „Haiyan“ über den südostasiatischen Inselstaat hinwegfegte und eine ganze Region in Schutt und Trümmer legte, ist sie mit den Gedanken nur bei ihren Verwandten, von denen einige mitten im Krisenherd leben.

Fast täglich trifft sich Gina Wilkens mit ihrer Cousine Evangeline Wilkens (39), um per Telefon oder Internet Kontakt zur Familie zu suchen. Beide Frauen sind mit Brüdern verheiratet und leben seit vielen Jahren in Stade.

Die Informationen aus der Heimat dringen nur langsam zu den Wilkens' durch. Telefonleitungen auf den Philippinen sind beschädigt, es gibt kaum Stromquellen, um Handy-Akkus zu laden.

Nach Tagen der Ungewissheit erhielten die Frauen die erleichternde Nachricht: „Alle Mitglieder aus dem engen Familienkreis sind am Leben“, berichtet Gina Wilkens. Doch der Sohn eines Onkels, der in der von dem Taifun komplett zerstörten Stadt Tacloban lebt, wird vermisst. Und: Evangeline Wilkens macht sich Sorgen um ihre beste Freundin. Seit der Naturkatastrophe fehlt jedes Lebenszeichen.

Um dem Onkel aus Tacloban zu helfen, der seit dem Sturm obdachlos ist, haben Gina und Evangeline Wilkens mit viel Mühe eine private Hilfskette organisiert. Bei deutschen Freunden sammeln sie Geld, das sie an die Verwandten überweisen.

Ein Schwager, der rund 300 Kilometer von Tacloban im Heimatdorf der Frauen lebt, bringt mit dem Moped Essen und Kleidung in die Stadt.