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Tennet will die West-Trasse: Netzbetreiber stellt "Vorzugskorridor" für SuedLink-Planungen vor

Die Karte zeigt den Verlauf des Vorzugskorridors und der Alternativen (Foto: jd)
(jd). Die westlichste Variante soll es werden: Der Stromnetzbetreiber Tennet hat in dieser Woche bekanntgegeben, welche Trasse das Unternehmen für die unterirdische SuedLink-Leitung favorisiert. Das Erdkabel, das Windstrom aus dem hohen Norden zu den Industrieregionen in Süddeutschland transportieren soll, wird definitiv durch den Landkreis Stade führen. Der sogenannte Vorschlagskorridor führt von Nordkehdingen zur Oste bei Oldendorf und von dort aus weiter bis nach Kutenholz, wo der Nachbarkreis Rotenburg erreicht wird. Der Landkreis Harburg hingegen ist wohl aus dem Rennen: Eine Trasse, die vorbei an Heidenau und Tostedt verlaufen soll, ist allenfalls dritte Wahl. Sie wurde als "weitere Korridoralternative" eingestuft.

Mit dem Vorschlagskorridor will Tennet nun in das offizielle Verfahren einsteigen: Das Unternehmen hat mitgeteilt, dass die Planungsunterlagen am 17. März bei der Bundesnetzagentur eingereicht werden. Dort läuft dann die Bundesfachplanung, ein förmliches Verfahren, bei dem sämtliche Planungskorridore noch einmal genau unter die Lupe genommen werden. Unter anderem wird geprüft, ob Belange des Naturschutzes ausreichend berücksichtigt wurden. Im Rahmen dieses Planfeststellungsverfahrens haben Kommunen, betroffene Anwohner und auch Verbände noch einmal die Gelegenheit, Einwendungen vorzubringen. Erst danach wird der endgültige Trassenverlauf festgelegt.

Daher wäre es auch möglich, dass vielleicht doch eine andere durchgehende Trassen-Alternative zum Zuge kommt. Die gibt es auch für den Landkreis Stade: Sie quert die Elbe bei Lühesand, verläuft quer durch das Alte Land bis Horneburg und östlich an Harsefeld und Ahlerstedt vorbei. Mit ihrer Vorzugs-Variante wollen die Tennet-Planer offenbar den Weg des geringsten Widerstand gehen: Im Vorfeld waren gerade aus dem Alten Land mit Abstand die meisten Bedenken gekommen. Die zahlreich eingegangenen Stellungnahmen bezogen sich vor allem auf mögliche Nachteile für den Obstbau und den Tourismus.