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"Tödlichem Absturz auf der Spur"

Aus der Kaserne in Ottenbeck wurde ein beliebtes Wohngebiet

Als Ottenbeck noch Kaserne war: Recherche des Autors Dietrich Alsdorf dauert an


tp. Stade. Rustikale Wohnblocks aus Backstein an schnurgeraden Straßen und rundherum viel Grün - Stade-Ottenbeck hat sich zu einem beliebten Wohngebiet entwickelt, in dem rund 2.000 Einwohner leben. „Es gerät allmählich in Vergessenheit, dass Ottenbeck ein Militärstandort mit Flugplatz war“, sagt Dietrich Alsdorf (59). Er kennt das inzwischen denkmalgeschützte Quartier noch als Kaserne. Von 1973 bis 1974 leistete er dort seinen Wehrdienst. Die Soldatenzeit hat den heutigen Autor und Grabungs-Techniker bei der Archäologie des Landkreises so stark geprägt, dass er dem Viertel Beiträge in mehreren Büchern widmete.
„Als ich Januar 1973 mit Magengrummeln in die ‚Von Goeben-Kaserne‘ einrückte, ahnte ich nicht, wie intensiv ich mich Jahre später mit diesem Ort beschäftigen würde. Aber 15 Monate in öden Kasernenblocks und Nächte in nassen Erdlöchern prägten mich so sehr, dass ich mich für die Vergangenheit dieses Ortes zu interessieren begann“, so Alsdorf. Schnell wurde ihm klar, dass es sich bei der Kaserne um einen Ex-Flugplatz aus der NS-Zeit handelte und bei dem Übungsgelände um das ehemalige Flugfeld.
Alsdorf sprach mit Zivilmitarbeitern der Bundeswehr, die ihm von Fliegern und von tödlichen Bombenangriffen berichteten. Jahre später hörte er Kriegs-Zeitzeugen und begann zu graben. Seine Erkenntnisse verarbeitete er zu der Chronik „Fliegerhorst Stade von 1935 bis 1945“. Die Chronik floss als Kapitel in das von mehreren Autoren geschriebene, inzwischen vergriffene Buch „Ottenbeck - vom Fliegerhorst zum Stadtteil“. Noch im Stader Buchhandel erhältlich ist das Nachfolge-Werk „Sokrates“ über den gleichnamigen Stader Großbunker (Autor: Dieter-Theodor Bohlmann). Alsdorfs Buch „Nachtjäger vor den Toren Hamburgs“ zur Militärgeschichte Ottenbecks gibt es im Online-Buchhandel.
Dietrich Alsdorf will seine Recherchen fortsetzen, weiter graben und die letzten Zeitzeugen befragen. "Ich bin dem dem fast vergessenen ersten tödlichen Flugzeugabsturz bei Stade im November 1939 auf der Spur", sagt Alsdorf. "Die Angehörigen pflanzten einen Baum an der Absturzstelle."
• Ende des Jahres will Alsdorf einen einen neuen Geschichtenband veröffentlichen, in der auch Interessantes aus Ottenbeck stehen wird.
• Grabungs-Fundstrücke aus Ottenbeck gibt es in der aktuellen Sonderausstellung „Geschichten aus dem Untergrund“ im Schwedenspeicher zu sehen.