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Tonnenfrust in der Sackgasse

Landkreis und Abfallentsorger prüfen die Straßensituation in Stade / Anwohner schieben Mülltonnen Meter weit

at. Stade. Die Anwohner an Sackgassen im Landkreis Stade legen bald weite Wege mit ihren Mülltonnen zurück. Der Grund: Der Landkreis Stade und der Abfallentsorger Karl Meyer prüfen, ob Sackgassen im Landkreis zur gefährlichen Falle für Müllmänner, Fahrradfahrer und Fußgänger werden könnten.
Probleme entstehen, wenn eine Wendemöglichkeit fehlt: Die Müllfahrzeuge dürfen laut Sicherheitsvorschriften nicht rückwärts in eine Straße hinein- oder hinausfahren. In Sackgassen oder zu engen Straßen ist das aber kaum anders machbar. Eine mögliche Lösung ist eine Müllsammelstelle zu Beginn der Straße. Dagegen regt sich aber erster Widerstand. Die Anwohner haben nämlich keine Lust, mit ihrem Müll Hunderte Meter zu laufen.
Nachdem im vergangenen Jahr drei Menschen bei Unfällen mit den tonnenschweren Wagen starben, prüfen nun Politiker und Abfallentsorger die Gegebenheiten jeder Straße, um eventuelle Gefahrenpotenziale zu erkennen.
Die Aussage "Warum holen Sie unseren Müll nicht vor der Haustür ab. Das hat schließlich immer geklappt" hört John Rolff, Betriebsleiter bei Karl Meyer, oft von Anwohnern aus Sackgassen.
Die Vorschrift, dass Müllwagen in einer Straße nicht rückwärts fahren dürfen, ist nicht neu. 1979 wurden die sicherheitstechnischen Anforderungen überarbeitet. Sie galten aber nur für Sackgassen, die nach 1979 entstanden.
"Wir beurteilen jede Straße kritisch", sagt John Rolff. Hinweise bekommt er von Anwohnern und Müllwerkern. Wenn die Situation zu brenzlig wird, melden sie die Gefahr. "Die Straßen sind mit Leben gefüllt und verändern sich stetig", sagt Rolff. Sackgassen werden verlängert oder Durchgangsstraßen umfunktioniert, die Verkehrsführungen werden geändert oder neue Häuser werden gebaut. Deswegen müsse die Situation immer wieder neu bewertet werden. In Neubaugebieten werden zentrale Müllsammelstellen gleich mitgeplant.
Als Beispiel nannte Rolff die Straße "Am Redder" in Harsefeld. Früher grenzten an die Sackgasse drei Anwohner, heute ist die Straße nicht nur länger als vor einigen Jahren, sie wird auch als Schulweg genutzt. Rolff und die Mitarbeiter des Landkreises nahmen daraufhin Kontakt zur Gemeinde auf. Die vergrößerte den Wendehammer am Ende der Straße. Die Anwohner stellten während der Bauphase ihre Mülltonnen an einen Sammelplatz. Ab der nächsten Woche brauchen sie das nicht mehr, dann soll der Wendehammer freigegeben werden. Der Ausbau eines Wenehammers ist eine mögliche Lösung für das Problem Müllabfuhr, kann nicht immer eingesetzt werden. "Es wäre schön, wenn wir immer eine Lösung finden, die den Anwohnern und uns entgegenkommt", sagt Rolff.