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Umar Khan Senwari und Neman Niazi sind im Kaufhaus mit Herz in Stade beschäftigt

Umar Khan Shenwari sortiert die gespendete Kleidung ein (Foto: am)
am. Stade. Eigentlich sind Umar Khan Shenwari (18) und Neman Niazi (26) aus Afghanistan von Beruf Autolackierer und Architekt. Doch in Deutschland angekommen, müssen sie als Flüchtlinge zunächst klein anfangen: die Sprache lernen, die Gepflogenheiten und Regeln kennenlernen und die bürokratischen Hürden nehmen. Die Ziele, die sich die beiden gesteckt haben, nämlich sich weiterzubilden und beruflich zu etablieren, sind nur mit Ausdauer, Disziplin und viel Geduld zu verwirklichen. Ein Schritt auf ihrem Weg dorthin ist ihre Tätigkeit im "Kaufhaus mit Herz", das von der AWO betrieben wird und gespendete Ware für kleines Geld verkauft. Über das Programm "Zweifach helfen", das vom Landkreis Stade initiiert und vom Berufsbildungswerk (BBW) Cadenberge Stade umgesetzt wird, sind sie in die Beschäftigungsmaßnahme gekommen. Sie bekommen für jede Stunde 1,05 Euro. Richtig arbeiten dürfen sie als Asylbewerber ohne genehmigten Status noch nicht.
"Ich arbeite hier, weil ich Kontakt zu anderen Menschen haben und den Mitarbeitern hier helfen möchte", sagt Umar Khan Shenwari. "Wir sortieren die Sachen, packen Spenden aus und machen sauber." Er ist im Kaufhaus für die Textilabteilung zuständig.
Neman Niazi kümmert sich um die Bücher. Er will vor allem schnell Deutsch lernen.
Er hat in Afghanistan bereits ein vierjähriges Studium in Architektur und Bauingenieurwesen absolviert. Hier in Deutschland möchte er wieder studieren, um einen weiterführenden Abschluss zu machen. Dafür benötigt er aber unter anderem sehr gute Sprachkenntnisse.
Umar Khan Shenwari hat in seiner Heimat keine Schule besucht, sondern nur gearbeitet. Sein Ziel ist es, hier in Deutschland einen Schulabschluss zu machen. "Das ist kein leichter Weg", sagt BBW-Mitarbeiter Helmut Morjan.
Momentan sind die Männer glücklich, mit der Beschäftigung im "Kaufhaus mit Herz" eine Aufgabe zu haben und Deutsch lernen zu können.
"Die beiden machen sich wirklich super", sagt Ekrem Imeri, Filialleiter in Stade. "Sie sind fleißig und arbeiten selbstständig." Zu Beginn sei die Sprachhürde groß gewesen, aber mittlerweile würden sie auch viel mit den Kunden sprechen. Die Stimmung zwischen den Flüchtlingen und dem Filialleiter ist entspannt. Es wird viel gelacht. "Die Leute sind alle sehr nett", sagt Neman Niazi. Er erzählt, wie er einst beim Putzen die Glasvitrine samt Geschirr und Vasen aus Versehen zum Bersten gebracht hat. "Der Chef hat nur gefragt, ob es mir gut geht."
Auf die Maßnahme aufmerksam geworden sind die beiden über das internationale Frühstück in Stade, wo BBW-Mitarbeiterin Julia Pleyn sie informiert hat.
Bleiben dürfen sie noch bis Oktober. Dann endet die Maßnahme und andere Flüchtlinge rücken nach. Dann haben Sie nicht nur eine Teilnahmebescheinigung in der Hand und viel Erfahrung gesammelt, sondern mit etwas Glück die Chance auf einen festen Minijob.