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"Unfälle sind programmiert"

Trotz eingeschränkten Halteverbots stehen an der Kehdinger Straße immer wieder Autos
bc. Stade. Anarchie rund um den Stader Fischmarkt? Autofahrer parken im absoluten Halteverbot, Fahrradfahrer und Skater schlängeln sich in einem Affenzahn durch die Menschenmassen. Anwohner Ralph-Detlev Jansen ist genervt: „Unfälle sind programmiert.“
Wenn er seine Wohnung an der Kehdinger Straße mitten in Stades historischer Altstadt verlassen möchte, ist „Vorsicht die Mutter der Porzellankiste“. Nicht selten, dass in den Abendstunden oder am Wochenende seine Haustür mit Autos zugeparkt ist. Trotz eingeschränkten Halteverbots stehen die Pkw hier nach Feierabend und an freien Tagen gerne mal dicht an dicht. Über Stunden.

Der Anwohner kritisiert das seiner Meinung nach zu laxe Einschreiten der städtischen Parkwächter. „Ich habe noch nie gesehen, dass jemand abgeschleppt wurde. Da wird lieber mal ein Smalltalk gehalten und freundlich darauf hingewiesen, dass der Halter seinen Pkw entfernen soll“, sagt Ralph-Detlev Jansen. Konsequenz wäre hier jedoch besser angebracht, meint er.
In der benachbarten Bungenstraße herrscht sogar absolutes Halteverbot. Auch dort stehen immer wieder Autos an der Häuserwand. Jansen: „Große Rettungsfahrzeuge dürften es schwer haben, hier durchzukommen, falls wirklich mal was passiert.“

Ralf Jäger, Inhaber des „Café am Fischmarkt“, hält vor allem die Situation mit den Radfahrern und Skatern für höchst gefährlich. Einmal schon habe er unabsichtlich einen rasenden Pedalritter von seinem Gefährt geholt. „Wenn man die Leute anspricht, dass hier Radfahren während der Sperrzeiten verboten ist, erhält man nur blöde Kommentare“, sagt der Gastronom. Seit die Hudebrücke fertig saniert ist, habe sich die Situation verschärft.
Dabei ist das Fahrradfahren auf dem Fischmarkt eigentlich eindeutig geregelt: Von 18.30 Uhr abends bis 10 Uhr morgens dürfen Radfahrer hier fahren, ansonsten nicht. Schilder weisen daraufhin.

Zur Parkproblematik sagt Bürgermeisterin Silvia Nieber auf WOCHENBLATT-Anfrage, dass die Stadt während der normalen Arbeitszeiten sowie samstags bis 14 Uhr intensiv kontrolliere. Alles was nach Feierabend in der Woche und am Wochenende darüber hinausgehe, werde derzeit in Gesprächen mit dem Personalrat geklärt. Sofern ein Fahrzeugführer die Durchfahrt blockiere, werde versucht, per Abfrage den Halter ausfindig zu machen. „Wenn er nicht gefunden wird, lassen wir abschleppen“, so Nieber.
Parken in Stade scheint ein Dauerthema zu bleiben. Das geschlossene Parkhaus am früheren Hertie-Kaufhaus verschärft die Situation.