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Uwe Seggermann blickt auf 38 Jahre Umweltschutz zurück

Als Leiter des Naturschutzamtes war es Uwe Seggermann wichtig, ein Bewusstsein für den Naturschutz schaffen (Foto: am)
am. Stade. In seinem Amt als Leiter des Naturschutzamtes war Uwe Seggermann (65) oft der Buhmann; wenn er beispielsweise Bürgermeistern unliebsame Naturschutzpläne nahe bringen sollte, die eine Autobahn oder ein Bauprojekt verhindern konnten. Er schaut trotzdem zufrieden auf die 38 Jahre seiner Tätigkeit in der Behörde zurück. Jetzt geht der studierte Landespfleger am 31. März in den Ruhestand und übergibt die Leitung des elfköpfigen Teams an seinen Nachfolger Dr. Uwe Andreas.
Es war eine Neuheit, als 1978 auf Landkreisebene ein Amt für den Naturschutz eingerichtet wurde. Uwe Seggermann besetzte den Posten und leistete Pionierarbeit. Dabei war seine Philosophie, Naturschutz nicht um jeden Preis, sondern mit den Menschen zu gestalten und Bürger, Politiker und Landwirte ins Boot zu holen.
In vielen Schritten konnte seine personell stetig wachsende Behörde große und kleine Erfolge verzeichnen. "Ein Highlight ist für mich die Wiedervernässung des Hochmoores bei Oldendorf", sagt Seggermann. Auch die Aktion "Was uns Schönes blüht" Ende der 1980er Jahre ist ihm im Gedächtnis geblieben. Da viele Tiere wie Feldlerche und Rebhuhn fast von den Feldern verschwunden waren, sollten die Kommunen öffentliche Flächen an Wegrändern mit Blühstreifen und Hecken bepflanzen. Die Politiker sträubten sich, denn das wäre mit hohen Vermessungskosten verbunden gewesen. Seggermann und seine Mitarbeiter beschafften daher Fördergelder. Danach informierten sie jede Kommune einzeln bei Erbsensuppe und Bier über Bepflanzung und Pflege einer tierfreundlichen Hecke. Heute gehören die Wegstreifen im ganzen Landkreis zum Landschaftsbild.
Mit seiner Arbeit machte sich Seggermann oft unbeliebt. "Es kommt nicht unbedingt gut an, wenn man den Menschen verbietet bestimmte Dinge zu tun, wie beispielsweise ihre eigenen Wälder zu roden", sagt der Naturschützer. Er war es auch, der den Politikern in den Kommunen seinerzeit unliebsame Neuerungen vermitteln musste - beispielsweise die Eingriffsregelung, die besagt, dass bei jeder Änderung in der Natur Ausgleichsflächen eingerichtet werden müssen. "Das konnten viele Politiker nicht verstehen. Da schaffen sie ein neues Baugebiet für ihre Bürger und werden dafür bestraft", sagt Seggermann. Einige hätten ihm das persönlich übel genommen.
Entmutigen ließ sich Uwe Seggermann davon nicht. Er engagierte sich auch privat für den Naturschutz und hat unter anderem den Verein zur Förderung von Naturerlebnissen gegründet. Dieser organisiert die Ausflüge mit dem Vogelkieker-Bus und hat zum Ziel, jungen Menschen die Natur näher zu bringen. Darüber hinaus ist Seggermann Wolfsbeauftragter und war lange Zeit Naturschutzobmann für die Jägerschaft.