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Verdi: "Das ist eine Schweinerei"

Warnstreiks im öffentlichen Dienst.
Beschäftigte im öffentlichen Dienst kämpfen um ihre Altersvorsorge und um mehr Lohn

at. Stade. Beschäftigte im öffentlichen Dienst demonstrierten am Mittwoch vor dem Stader Kreishaus für mehr Lohn und gegen eine Verschlechterung ihrer Altersvorsorge. Die Dienstleistungsgewerkschaft "Verdi" hatte zu den Warnstreiks aufgerufen, nachdem die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft der deutschen Länder (TdL) in der vergangenen Woche gescheitert waren.
Unter den 100 Demonstranten: die Angestellten der Straßenmeistereien, der Häfen in Stade und Cuxhaven, dem Katasteramt in Bremervörde, den Landesämtern für Straßen- und Wasserbau und der Förderschulen. Sie fordern in der jüngsten Tarifrunde rund 5,5 Prozent oder mindestens 175 Euro mehr Lohn. "Eine Lohnerhöhung wollen die Länder aber nur gewähren, wenn die Arbeitnehmer gleichzeitig auf einen Teil ihrer betrieblichen Altersvorsorge verzichten", sagt Verdi-Tarifkoordinator Gunnar Wegener. "Das ist eine Schweinerei." Viele Länder-Angestellte seien deswegen besonders wütend, man habe sie schließlich mit einem festen Job und einer guten Rente geködert. "In der freien Wirtschaft gibt es deutlich mehr Lohn, darum haben sich die Arbeitnehmer zumindest auf eine stabile Betriebsrente verlassen", sagt Wegener.
Eine weitere große Angst: Erst gehe es an ihre, anschließend werde auch den Beschäftigten des Bundes und der Kommunen die Betriebsrente gekürzt. "Das werden wir so auf keinen Fall hinnehmen", sagt Wegener. Zu der Kundgebung gesellten sich laut Verdi-Vertreter aus diesem Grund auch Kreishaus-Mitarbeiter in ihrer Mittagspause.
Wegener beschreibt die Situation als ähnliche Konfliktlage wie bei den Tarifverhandlungen 2006. Die Angestellten des öffentlichen Dienstes streikten damals 16 Wochen. Der jetzige Streit in Stade sei also noch lange nicht beendet.