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Verkaufsoffene Sonntage: "Der Umsatz muss stimmen"

Bei verkaufsoffenen Sonntagen strömen die Menschen in die Stader Innenstadt. Dass sie auch viel kaufen, ist nicht immer gesagt (Foto: archiv)
bc. Stade. Verkaufsoffene Sonntag sind in der Regel gute Gelegenheiten, den Umsatzmotor anzukurbeln. Wenn nach dem sonntäglichen Gottesdienst die Läden in der Stader Altstadt öffnen, sind die Straßen meistens pickepackevoll. Umso mehr herrscht Klärungsbedarf. Früher öffneten die Geschäftsleute an vier Sonntagen, im vergangenen Jahr waren es drei Sonntage. In diesem Jahr sind es nur noch zwei. Einer fand jüngst im Rahmen der Messe statt, ein weiterer folgt zum Shanty-Festival im Oktober. Warum ist das so?

Tatsächlich habe der Reiz des verkaufsoffenen Sonntags ein wenig verloren, räumt Jochen Köhler ein, stellvertretender Vorsitzender der ehrenamtlich geführten Werbegemeinschaft „Stade aktuell“, die für die Organisation von verkaufsoffenen Sonntage verantwortlich zeichnet. Es sei jahrelange Arbeit, einen fixen Termin in den Köpfen der Kunden zu verfestigen. In Stade sei das mit der Messe und dem Shanty-Festival gut gelungen, so Köhler. Ein dritter verkaufsoffener Sonntag in Zusammenarbeit mit dem Jahrmarkt im Herbst habe dagegen nicht funktioniert. „Das hat sich nicht gelohnt“, so Köhler.

Zumal auch andere umliegende Kommunen verkaufsoffene Sonntage veranstalten und man sich bei der Planung abstimmen müsse. Dass in diesem Jahr nach den Weihnachtstagen keiner stattfinde, sei schlicht dem Kalender geschuldet. Der 1. Weihnachtstag fällt auf einen Sonntag.

Gerhard Hoffmann, Geschäftsführer bei „Stade aktuell“, stößt ins selbe Horn wie Köhler. Es gebe keinen Druck vom Stader Einzelhandel, dass es wieder mehr Sonntage sein müssten. „Lieber weniger, dafür aber gute“, so Hoffmanns Credo. Der Umsatz müsse stimmen. Zudem hätten die Gewerbetreibenden an einem Sonntag auch mehr Ausgaben für Personal- und Werbekosten.

Stichwort Werbekosten: In Stade ziehen nach wie vor nicht alle Geschäftsleute an einem Strang, wenn es um die Beteiligung an der Werbekostenumlage für verkaufsoffene Sonntage geht, mit der „Stade aktuell“ Aktionen finanziert, Anzeigen schaltet und Plakate für überregionale Werbung druckt (das WOCHENBLATT berichtete). Bekannt ist, dass sich u.a. einige große Filial-Riesen nicht an solchen gemeinschaftlichen Aktionen beteiligen, ihre Geschäfte aber trotzdem öffnen.

Wenn sich die Geschäftswelt in der Stader Altstadt in dem Punkt noch einigen könnte, wäre vielleicht doch wieder ein weiterer verkaufsoffener Sonntag möglich. Zumindest wäre dann mehr Geld fürs Marketing vorhanden. „Wir brauchen dann aber ein weiteres Event“, sagt Wolfgang Drusell, Vorsitzender bei „Stade aktuell“. Die Kunden erwarten an einem Sonntag das besondere Einkaufserlebnis mit Eventcharakter. Nur die Türen aufzuschließen, reiche schon lange nicht mehr aus.