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Wahre Liebe macht schlank

Früher bekam Andreas Thiemann seine Jacke, die er in einem Shop für Extra-Schwergewichtige in den USA kaufte, nicht zu. Heute passt sogar seine Frau Barbara mit hinein
 
Andreas Thiemann auf einer Indien-Reise im Jahr 2009: Seinerzeit wog er 160 Kilo (Foto: Thiemann privat)

Ex-Kalorienkoloss Andreas Thiemann aus Stade speckte 136 Pfund ab - dank Traumfrau Barbara

tp. Stade. "Ich war beinahe mein ganzes Leben lang unglücklich", sagt der ehemalige Drei-Zentner-Koloss Andreas Thiemann (54) aus Stade, der früher aus Frust heimliche Fressorgien veranstaltete. Doch dank seiner heutigen Ehefrau Barbara (58), die ihn mit Liebe und Geduld in ein neues, glückliches Leben führte, fühlt er sich heute wieder so leicht und frei wie zuletzt in seiner Jugend.

Andreas Thiemann lernte die attraktive Schulsekretärin auf einem Online-Partnerportal kennen. Seinen eigenen Steckbrief schmückte der versierte Hobby-Fotograf mit "geschönten Fotos", die nur Schultern und Gesicht zeigten.

Die Bilder verbargen die riesigen Fettpolster, die sich durch jahrelanges Frust- und Stressessen in seiner ersten, glücklosen Ehe, einer anstrengenden Lebensphase als alleinerziehender Vater und in einem fordernden Berufsalltag als Anwendungstechniker im Außendienst angesammelt hatte.

Auf dem Weg zu Terminen habe er im fahrenden Auto zum Frühstück manchmal zehn Frikadellen und ein ganzes Kastenweißbrot verschlungen, gibt er zu. Zu Spitzenzeiten maß sein Bauchumfang 181 Zentimeter.

Thiemann, der als junger Mann noch ein Idealgewicht von 78 Kilo hatte, gesteht: "Ich habe meine Gewichtszunahme jahrzehntelang verdrängt." Dabei brachten ihn seine Jumbo-Maße zunehmend in Schwierigkeiten. Selbst eine zeltgroße Jacke, die er in einem Shop für Extraschwere in den USA kaufte, bekam er nicht mehr zu. Bei den Frauen konnte er längst nicht mehr landen. Einmal kassierte er eine schmerzliche Abfuhr: "Du bist nett, aber ich ekele mich davor, dir nur die Hand zu geben."

Bei Internetbekanntschaft Barbara sollte das nicht ein zweites Mal passieren. Noch vor dem ersten Treffen fasste Thiemann den Entschluss, abzuspecken. Doch bis dahin den ganzen Fettberg abzutragen, war unmöglich.

"Um das Herz dieser wunderschönen Frau zu gewinnen", schrieb Andreas Thiemann originelle SMS: "Ich kann leider nicht mit deiner Schönheit mithalten, dennoch bin ich der Fels in der Brandung, der dich gerne zum Lachen und zum Frohsinn bringen würde." Oder: "Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen, und dann werden tausend Märchen wahr. Mein Märchen wird am Samstag wahr, denn dann darf ich dein Lächeln sehen."

"Ganz schön viel dran an diesem Mann", war auch Barbaras erster Eindruck beim Rendezvous. Das Paar traf sich zum Romantik-Dinner in einem griechischen Lokal. Beide bestellten sich eine große Kreta-Platte. Der Unterschied: Sie aß langsam und mit Genuss. Andreas verschlang den Fleischberg im Blitztempo und hätte gut eine weitere Portion verdrücken können.

Doch noch im Schein der Restaurant-Kerzen wich Andreas Thiemanns Bärenhunger den Schmetterlingen im Bauch - und er bestellte kein zweites Gericht. Und Barbara schloss Andreas trotz seiner Extrakilos ins Herz, mochte die zuvorkommende Art des redegewandten und weltoffenen Mannes, der bei zahlreichen Fernreisen Freundschaften auf allen Kontinenten schloss.

Die frisch Verliebten zogen nach wenigen Monaten zusammen. "Ich kaufte ihm erst mal ein Fahrrad", sagt Barbara, die gerne Sport treibt. Ganz behutsam führte sie ihren Lebenspartner an gesunde Kost heran: Obst, Gemüse und Fisch statt viel Fleisch und Süßigkeiten. "Ganz ohne Diät" und mit viel Bewegung wie täglichem Frühschwimmen schmolzen die Fettreserven.

Bei der Hochzeit im Jahr 2014 machte Andreas in seinem schwarzen Anzug schon eine richtig gute Figur. Inzwischen sind 136 überschüssige Pfunde geschmolzen. Das entspricht dem Gewicht von 272 Päckchen Butter.

Heute sieht Andreas Thiemann klar: "Ich litt unter Fettsucht (Adipositas), die mindestens so schlimm ist wie eine Alkohol- oder Drogensucht." Unterdessen gibt er sich erleichtert, dass er frühere Erwägungen einer operativen Magenverkleinerung verworfen hat. "Fettsucht kann man nicht wegoperieren. Ich wurde von der mächtigsten Kraft geheilt, die es gibt - von der Liebe."