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Warnung vor Gefahren-Kante an der B74

WOCHENBLATT-Messung in Hagenah: Zwischen Fahrbahnrand und Asphaltoberkante beliegen rund zehn Zentimeter

Nach Millionen-Sanierung: WOCHENBLATT-Leser wittert "Baupfusch" / Behörde weist Vorwürfe zurück

tp. Stade. An der kürzlich für rund drei Millionen Euro sanierten Bundesstraße zwischen Stade-Wiepenkathen und Bremervörde-Elmerheide müssen Verkehrsteilnehmer achtsam sein. Nach Beobachtungen des kritischen WOCHENBLATT-Lesers Stefan Dahlke (49) aus Fredenbeck lauere dort ein Unfallrisiko wegen einer „lebensgefährlichen Kante“ in weiten Teilen des rund zwölf Kilometer langen Bauabschnittes. Er wittert Fehler bei der Bauausführung. Bei der zuständigen Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Stade und der ausführenden Baufirma J. D. Hahn aus Hechthausen weist man die Vorwürfe zurück.

„Meines Erachtens wurde nicht unerheblich gepfuscht“, so Stefan Dahlke. Er verweist auf eine von ihm gemessene durchschnittliche Kantenhöhe zwischen neuer Asphaltdecke und Randstreifen von „ca. sechs bis sieben Zentimetern, stellenweise sogar mehr als zehn Zentimetern“. Er warnt vor Unfallgefahr, etwa bei Ausweichmanövern: „Es besteht dann wohl ein hohes Risiko, dass man auf die Gegenfahrbahn geschleudert wird. Das ist mir selbst schon an anderer Stelle fast zum Verhängnis geworden. Darf in der heutigen Zeit überhaupt noch so gebaut werden?“
Dahlke hat sich in dieser Sache beim Autofahrer-Lobbyisten ADAC erkundigt. Laut dem Leiter des Fachbereich Verkehr des ADAC Weser-Ems in Bremen, Heiko Recker, sehen die „einschlägigen Regelwerke eine möglichst höhengleiche Ausgestaltung der Fahrbahn mit der Bankette vor“.

Die Stader Straßenbaubehörde habe „auf Anfrage vom ADAC die Sachlage geprüft“, sagt Behördenleiter Hans-Jürgen Haase. Auffüllungen oder Nachverdichtungen im Seitenraum seien danach nicht erforderlich gewesen. Nach Haases Kenntnis liegt die Kantenhöhe zwischen drei und 4,5 Zentimeter. Stellen mit höherer Kante, die das WOCHENBLATT in Hagenah maß, sollen vom Straßenmeister in Augenschein genommen und ggf. ausgebessert werden.

Der Behördenchef erwartet, dass die aus Schotter und Rasen bestehenden Seitenräume durch Pflanzen, Reifenabrieb, Staub etc. kontinuierlich an Höhe gewinnen. Langfristig müsse sogar einem zu starken Anstieg entgegengewirkt werden um den Wasserabfluss von der Fahrbahn zu gewährleisten. Andernfalls drohe die Gefährdungen der Verkehrsteilnehmer.

Der technische Leiter der Firma J. D. Hahn, Ralf Kraeft, schließt sich den Ausführungen des Behörden-Chefs an und verweist auf den Sicherheitszugewinn des stabilen Schotter-Rasens gegenüber einem naturbelassenen Mutterboden. Bei der Abnahme der Baumaßnahme habe es keine Beanstandungen gegeben.

Der Zustand der B74 wird regelmäßig bei Streckenkontrollen geprüft.