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Weiter Angst vor dem Kampfhund in Stade

Sonja K. hat Angst um ihre kleine Hündin Emmie (Foto: y_sushytska/Fotolia/tp)
 
Jürgen W. wurde von dem Kampfhund angegriffen. Seine Ehefrau Rita geriet mit dem Halter in Konflikt

American-Staffordshire-Terrier-Mix soll Dackel gebissen haben / Ex-Nachbar kritisiert Halter

tp. Stade. Anwohner im Stader Wohngebiet Hohenwedel und dem benachbarten Stadtteil Hahle leben weiter in Angst vor einem angriffslustigen sogenannten Kampfhund, der, wie berichtet, Passanten und kleinere Hunde angefallen und gebissen haben soll. Nach Schilderungen einer der Beschwerdeführerinnen, Sonja K.* (66), die selbst von dem American-Staffordshire-Terrier-Mix gebissen wurde, soll der Halter den vom städtischen Ordnungsamt angeordneten Maulkorbzwang missachten. Zwischenzeitlich soll es zu weiteren Übergriffen gekommen sein.

Während eine Tierärztin des Kreis-Veterinäramtes den Kampfhund bei einer Begutachtung als nicht "gefährlichen Hund" im Sinne des Gesetzes einstufte, zeichnet Sonja K. nach wie vor ein anderes Bild von der Lage. Der aus ihrer Warte "rücksichtslose" Halter führe seinen Hund weiter ohne Maulkorb spazieren. Am vergangenen Sonntag sei sie ihm beim Gassi-Gehen mit ihrer kleinen Hündin "Emmie" erneut begegnet. Mit Blick auf "Emmie" habe er seinen Kampfhund mit den Worten "guten Appetit" offenbar zu einem Angriff animiert, so K. Sie suchte schnell das Weite.

Nach dem WOCHENBLATT-Bericht "Kampfhund-Panik im Stader Wohngebiet", meldet sich nun auch ein ehemaliger Nachbar des Halters zu Wort. Der schwer an Krebs erkrankte Jürgen W.* (68), der mit dem Kampfhund-Besitzer Tür an Tür in einem Mietshaus wohnte, wurde nach eigenem Bekunden von dem Hund in die Wade gezwickt. Ein anderes Mal habe ihn der Halter im Treppenhaus geschubst.

Jürgen W.s Ehefrau Rita sei mit dem Mann in Konflikt geraten, als sie ihn wegen eines Hundekot-Haufens vor dem Hauseingang zur Rede stellte. Jürgen W. informierte bereits vor Wochen den Tierschutzverein und das Stader Ordnungsamt.
Der Halter und seine Familie sind inzwischen ausgezogen. Die Ehefrau, die nun in einer Wohnung der Wohnstätte Stade lebt, hat einen Antrag auf Haltungserlaubnis für den Hund gestellt. Dazu, so Genossenschafts-Chef Dr. Christian Pape, müssen sämtliche weitere Mieter aus dem Haus ihr Einverständnis erklären. Die Wohnstätte warte noch auf die vollständige Unterschriftenliste. Im Übrigen verlasse man sich darauf, dass das Ordnungsamt geltendes Ordnungsrecht und somit auch das verhängte Leinen- und Maulkorbgebot umsetze.

Auch Jürgen W. hofft auf eine strengere Überwachung durch die Behörden, deren Reaktion er als "lahm" empfindet.

"Eine vorläufige Leinen- und Beißkorbpflicht ist verhängt, das Verfahren läuft", sagt die städtische Pressesprecherin Myriam Kappelhoff. "Wenn beim Ordnungsamt konkrete Meldungen von Zeugen über eine Verletzung der verhängten Leinen- und Maulkorbpflicht oder über weitere Beißvorfälle eintreffen, kann das Ordnungsamt mit Zwangsgeldfestsetzungen - bisher angedroht sind 250 Euro pro Verstoß - sowie sogar mit einer Sicherstellung des Tieres reagieren." Bislang lägen solche konkreten Meldungen beim Ordnungsamt aber nicht vor.

Trotz mehrerer Versuche unserer Redaktion sind die Besitzer des Kampfhundes nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Die Polizei in Stade ermittelt weiter.
*Name v. d. Red. gekürzt